Coronavirus beeinflusst die Finanzmärkte

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2020
Lesezeit 2 Minuten

Fakten

  • Das Coronarvirus breitet sich ausgehend von der chinesischen Metropole Wuhan inzwischen rasant auch auf andere Teile Chinas aus
  • U.a. durch Rückholaktionen in China lebender Ausländer treten mittlerweile auch Infektionen in anderen Ländern auf – auch in Deutschland gab es erste vereinzelte Fälle
  • Die Zahl der Infektionen ist inzwischen auf weltweit über 17.000 und die der Todesfälle auf über 350 gestiegen
  • Sofern die Anzahl der Neuinfektionen sich wie erwartet noch in der ersten Februarhälfte stabilisiert bzw. sinkt, dürften die Finanzmärkte sich schon bald wieder neuen Themen zuwenden
  • Im Falle der SARS-Epidemie waren die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Aktienmärkte von nur kurzfristiger Natur

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Auswirkungen

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Rohölpreis
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Zinsen D
Zinsen USA
Aktien Welt

Zur Interpretation der Pfeile: "Dieses Kapitalmarktthema hat eine dämpfende bzw. neutrale bzw. stimulierende Auswirkung auf die betreffende Kapitalmarktgröße." Da sich am Markt viele Einflüsse überlagern, kann die tatsächliche Kapitalmarktentwicklung trotz korrekter Prognosen für dieses Thema in eine andere Richtung gehen als von den Pfeilen auf den ersten Blick suggeriert wird.

Kommentar: Die Märkte haben auf die schnelle Verbreitung des Coronavirus in China und der Ausbreitung in andere Länder mit einer Flucht in Sicherheit reagiert (Anstieg von Goldpreis, Anleihekursen, Rückgang von Aktienkursen, schwächerer Euro gegenüber dem Schweizer Franken). Aus Angst vor einer dramatischen globalen Abschwächung ist auch der Ölpreis gesunken. Die Marktreaktionen dürften jedoch kurzfristiger Natur sein. Sobald die Ansteckungszahlen zurückgehen, dürfte das Thema aus dem Fokus der Marktteilnehmer verschwinden. Für die langfristige Geldanlage haben solche temporären Themen keine Relevanz.

Analyse

Anleger sollten sich von Verunsicherung nicht anstecken lassen
Auch gut vier Wochen nach dem Ausbruch des Coronarvirus beherrscht das Thema die Medien und die Finanzmärkte. Inzwischen ist die Anzahl der Erkrankten deutlich angestiegen und lag zuletzt bei circa 17.000. Etwa 350 Menschen sind bislang an der Lungenkrankheit gestorben. Die Zahl der Infektionen ist in China bereits höher als während der SARS-Epidemie der Jahre 2002 und 2003. 

Außerhalb Chinas hält sich die Zahl der Infektionen noch in Grenzen. Dennoch hat die Weltgesundheitsorganisation die Ausbreitung des Coronavirus am 30. Januar zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Durch Auslandsaufenthalte von Chinesen und Rückholaktionen in China lebender Ausländer werden mittlerweile auch Infektionen in anderen Ländern identifiziert. Auch Deutschland zählt aktuell schon einige Fälle. Als Präventivmaßnahme hat die Lufthansa alle Flüge nach China – mit Ausnahme von Hongkong – bis zum 9. Februar gestrichen.

Chinas Wachstum wird einen Dämpfer erhalten

Nachdem das Wachstum in 2019 aufgrund des Handelsstreits mit den USA auf 6,1% gefallen war - die niedrigste Wachstumsrate seit fast 30 Jahren - könnte die chinesische Volkswirtschaft im laufenden Jahr einen weiteren Dämpfer erhalten. Die Verunsicherung der Konsumenten und die Produktionseinschränkungen dürften zumindest im ersten und möglicherweise auch noch im zweiten Quartal die Wirtschaftstätigkeit in China und auch bei dessen Handelspartnern belasten. Denn das Reich der Mitte ist neben den USA der Wirtschaftsmotor der Welt. Wenn die Wirtschaft Chinas stärker korrigieren sollte als von vielen Marktteilnehmern erwartet wird, könnte dies das globale Wachstum in 2020 spürbar verlangsamen. Inwiefern die Virus-Krise die sich gerade erholende deutsche Wirtschaft tangiert, wird von deren Ausmaß abhängen.

An den Börsen herrscht noch keine Panik

Angesichts der Unsicherheiten über die Auswirkungen des Coronavirus haben mehrere wichtige Börsenindizes zuletzt deutlich nachgegeben. Überproportional betroffen waren die Sektoren Luxusgüter, Energie und Transport. Stärker als die europäischen Indizes sind einzelne asiatische Börsenbarometer unter Druck geraten, darunter auch der Leitindex Shanghai Composite. Da die Investoren bisher besonnen reagieren, ist noch keine Panik an den Märkten aufgekommen. Bei der Lungenkrankheit SARS hatten die Aktienbörsen nach dem Höhepunkt der Fallzahlen die größten Ängste in den Kursen abgebildet. Die Rückgänge beliefen sich auf bis zu 10%. Allerdings wurden die Börsen damals auch vom dritten Irak-Krieg belastet. Wenn sich die Lage wieder entspannt, sollten sich die Aktienkurse wieder auf breiter Front erholen. Die Schwankungsanfälligkeit an den Märkten dürfte jedoch hoch bleiben, bis der Grad der Ausbreitung und die Folgen für die globale Konjunktur hinreichend zuverlässig abzuschätzen sind.

Einschätzung

Falls sich die Situation nicht wesentlich weiter verschlechtert, wird die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten wieder zunehmen. Anleger und Unternehmer sollten nicht hektisch reagieren und weiterhin einen kühlen Kopf bewahren. Solche Epidemie-Ereignisse haben auf die Märkte in der Regel nur kurzfristigen Einfluss und spielen für den Erfolg einer Anlage keine nennenswerte Rolle. Die Märkte werden sich schon sehr bald neuen Themen zuwenden - schneller vermutlich, als Anleger reagieren können. Auch für Firmen, die größere Werke in China betreiben, werden die Beeinträchtigungen nach allen Erfahrungen, die mit SARS und anderen Epidemien gemacht wurden, nach jetzigem Stand nur von vorübergehender Natur sein.

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