Krise als Nachhaltigkeits-Beschleuniger

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 4. Mai 2021
Lesezeit 3 Minuten

Fakten

  • Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Rekordeinbruch der Wirtschaft hat wider Erwarten nicht dazu geführt, dass die Klimaziele an Bedeutung verlieren. Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Rekordeinbruch der Wirtschaft hat wider Erwarten nicht dazu geführt, dass die Klimaziele an Bedeutung verlieren.
  • Die umfangreichen Rettungspakte in Europa ermöglichen vielmehr neue finanzielle Spielräume für den ökologischen Wandel.
  • Im Fokus stehen vor allem Bereiche wie Transport, E-Mobilität, Gebäudesanierung, Energieversorgung sowie die Förderung von grünen Wasserstofftechnologien.

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Analyse

Wirtschaftskrise ist ein Türöffner für größeren politischen Gestaltungsfreiraum für eine nachhaltige Entwicklung

Spätestens mit dem Klimaabkommen von Paris im Jahre 2015 hat das Thema Klimaschutz weltweit die Bedeutung erlangt, die es verdient. Auf dem  Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York im selben Jahr gelang es  eine Verständigung über die konkrete Ausformulierung eines Klimaziels sowie 16 weiterer heute gültiger Nachhaltigkeitsziele. Die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals, kurz SDGs, sind Teil der Agenda 2030, mit der die Weltgemeinschaft ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren will. Das Pariser Klimaabkommen und diese SDGs dienten als Basis für den sogenannten „Green Deal“ der EU-Kommission aus dem Dezember 2019.

Als die im Frühjahr 2020 beginnende Corona-Pandemie zur schwersten Weltwirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg führte, gerieten die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel jedoch zunächst in den Hintergrund. Zu heftig waren die Folgen von Lockdowns, Produktionsstopps und Betriebsschließungen. Doch die gute Nachricht lautet: Die Corona-Pandemie war und ist keine Nachhaltigkeitsbremse. Im Gegenteil: Die Wirtschaftskrise kann sogar als Beschleuniger einer nachhaltigen Entwicklung in Europa dienen.
 

So laufen die Planungen zur Gestaltung einer grünen Erholung („Green Recovery“) auf vollen Touren. Beispiel EU: Mitten in der Corona-Krise hat die EU-Kommission einen Plan für noch ehrgeizigere Klimaziele vorgelegt. Statt der bisherigen Reduzierung der CO2-Emission bis 2030 um mindesten 40 % im Vergleich zu 1990, ist nun eine CO2-Einsparung von 55 % vorgesehen. Damit verbunden hat die EU-Kommission den dazu notwendigen Investitionsplan vorgelegt. Dieser beläuft sich auf 3,5 Billionen Euro bis 2030. Das Fernziel dabei ist eine klimaneutrale bzw. treibhausgasneutrale EU bis zum Jahr 2050.

Hohe Summen fließen in den ökologischen Wandel

Zudem wurde im Zuge der Corona-Krise der EU-Wiederaufbaufonds (750 Mrd. Euro) auch mit einem Anteil von 30 % für den ökologischen Wandel ins Leben gerufen. Auch der gesamte EU-Haushalt für 2021-27 in Höhe von insgesamt 1,8 Billionen Euro (einschließlich des Wiederaufbaufonds) bildet einen wichtigen finanziellen Rahmen für den ökologischen Wandel. Darin ist ebenfalls ein Anteil von 30 % für den Klimaschutz reserviert.

Und auch einzelne Staaten wie Frankreich und Deutschland haben riesige Hilfspakete geschnürt, wobei rund ein Drittel der Gelder für die grüne Erneuerung eingeplant ist. Investiert werden soll unter anderem in die Bereiche Transport (u.a. Zugverkehr und Fahrradinfrastruktur), E-Mobilität, Gebäudesanierung, Energieversorgung sowie die Förderung von grünen Wasserstofftechnologien.

Klar ist aber auch: Der staatliche Sektor allein kann den ökologischen Wandel nicht schultern. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg der nachhaltigen Entwicklung ist die Einbeziehung der Finanzwirtschaft und die Mitwirkung der privaten Haushalte. Mit dem Staat als Impulsgeber und Zugpferd vollzieht sich der nachhaltige Wandel in Europa. Von direkten C02-Kompensationsmöglichkeiten beim Kauf eines Flugtickets, über neue Wirtschaftsstrukturen wie im Bereich Wasserstoff oder die langfristige Wandlung zur grünen Autoindustrie ist viel in Bewegung.

Einschätzung

Es ist nicht erkennbar, dass die Corona-Krise zu einer Vollbremsung oder gar einer Beendigung der nachhaltigen Erneuerung in Europa führt. Vielmehr kann es durch den entstandenen finanziellen Gestaltungsspielraum sogar zu einer Beschleunigung kommen. Durch die Corona-Krise entsteht eine Chance, wie sie der nachhaltige Wandel nicht häufig bekommen dürfte.

Das gilt insbesondere auch für den Finanzsektor. So haben nachhaltige Anlagemöglichkeiten zuletzt einen rasanten Zuwachs erfahren. Dies gilt für Anleihen, Aktien und Investmentfonds. Häufig steht dabei die Klimakomponente im Vordergrund, aber auch dies wandelt sich. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN und die daraus abgeleiteten Standards bieten ein sehr großes Potential für nachhaltige Anlagen und deren Investoren.

Auswirkungen

Nachh. Aktien
Nachh. Renten

Zur Interpretation der Pfeile: "Dieses Kapitalmarktthema hat eine dämpfende bzw. neutrale bzw. stimulierende Auswirkung auf die betreffende Kapitalmarktgröße." Da sich am Markt viele Einflüsse überlagern, kann die tatsächliche Kapitalmarktentwicklung trotz korrekter Prognosen für dieses Thema in eine andere Richtung gehen als von den Pfeilen auf den ersten Blick suggeriert wird.

Kommentar: Es ist nicht erkennbar, dass die Corona-Krise zu einer Vollbremsung oder gar einer Beendigung der nachhaltigen Erneuerung in Europa führt. Vielmehr kann es durch den entstandenen finanziellen Gestaltungsspielraum sogar zu einer Beschleunigung kommen. Durch die Corona-Krise entsteht eine Chance, wie sie der nachhaltige Wandel nicht häufig bekommen dürfte. Das gilt insbesondere auch für den Finanzsektor. So haben nachhaltige Anlagemöglichkeiten zuletzt einen rasanten Zuwachs erfahren. Dies gilt für Anleihen, Aktien und Investmentfonds.

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