Warum Kryptowährungen nicht als Investment taugen

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 9. März 2021
Lesezeit 2 Minuten

Fakten

  • Auch aufgrund des anhaltenden Zinstiefs nutzen immer mehr Anleger Kryptowährungen, allen voran den Bitcoin, als Anlagealternative.
  • Da der Bitcoin-Markt aufgrund mehrerer Faktoren sehr eng ist, führt die derzeitige Nachfrage zu einem umso stärkeren Anstieg seines Kurses.
  • Allerdings ist der Bitcoin nach wie vor schwer als Anlageklasse zu klassifizieren, ein Investment gilt als hochspekulativ.
  • Bitcoins sind in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel und bieten keine Wertstabilität.

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Analyse

Immer mehr Menschen investieren, angelockt von der Hoffnung auf schnellen Reichtum, in sogenannte Kryptowährungen – und treiben so die Preise in die Höhe. Zwischenzeitlich erreichte der Preis für die weltweit führende Kryptowährung Bitcoin trotz des Corona-Crashs im Frühjahr 2020 mehr als 50.000 Dollar.

Kryptowährungen basieren auf einer dezentralen Anwendungssoftware, mit deren Hilfe sichere, anonyme globale Finanztransaktionen ohne Nutzung von zentralen Transfer- oder Clearingstellen ermöglicht werden. Für ihre Anwendung wird eine komplexe Verschlüsselungstechnologie (Kryptografie) genutzt. Daher werden Bitcoin und seine „Verwandten“ als Kryptowährungen bezeichnet. Der Begriff Bitcoin stammt aus dem Englischen. Auf Deutsch heißt er „digitale Münze“. Im Gegensatz zu Euro, Dollar oder Pfund existieren digitale Währungen lediglich virtuell.

Tatsächlich erfüllen Bitcoin & Co. heute kaum die Funktionen, die eine Währung erfüllen sollte: Allem voran ist eine Währung ein „allgemein akzeptiertes“ Zahlungsmittel. Die täglichen Bitcoin-Transaktionen machen derzeit noch nicht einmal ein Zehntel Promille an den globalen Transaktionen aus. Damit sind sie weit davon entfernt, ausreichend akzeptierte Zahlungsmittel zu sein.

Auch die weiteren Anforderungen an eine Währung sind bei Kryptowährungen nicht erfüllt: Sie sind weder stabile Mittel der Wertaufbewahrung noch zuverlässige Recheneinheiten. Grund dafür sind die enormen Wertschwankungen, die sie gegenüber allgemein gültigen gesetzlichen Zahlungsmitteln wie dem Euro oder dem US-Dollar erfahren.

Virtuelles Bargeld immer beliebter

Die große Nachfrage nach Kryptowährungen hat aber durchaus einen substanziellen Hintergrund. Denn sie bieten die – offensichtlich von vielen Menschen gewünschte – Möglichkeit, im virtuellen Raum eine Art Bargeld zu haben, d.h. unkompliziert, schnell und anonym Bezahltransaktionen vorzunehmen. Hier setzen inzwischen viele Zentralbanken mit ihren Überlegungen zu „digitalem Geld“ an. Entsprechende Vorbereitungen zu dem Thema CBDC (Central Bank Digital Currency) laufen unter anderem auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB).

Als Vorteil von Kryptowährungen wird des Öfteren ihre Sicherheit genannt. Doch hier ist Vorsicht geboten. Zwar gelten die Verschlüsselungsmethoden, die den Kern der Technologie ausmachen, als sicher, nicht aber die für die Aufbewahrung und die Verwaltung von Kryptowährungen erforderliche Software. Eine ganze Reihe von Bitcoin-Börsen und -Konten – sogenannte „Wallets“ – sind schon gehackt und teilweise geplündert worden. Mangels Regulierung und entsprechender Sicherungseinrichtungen zum Anlegerschutz in diesem Segment ist die Chance gering, auf diese Weise verlorene Guthaben wieder zu bekommen. Dies erhöht das mit einem direkten Kryptowährungs-Investment verbundene Risiko zusätzlich zu den ohnehin sehr hohen Kursschwankungen und den höchst unterschiedlichen gehandelten Preisen auf den vielen Krypto-Börsen weltweit.

Das bedeutet: Ebenso wie die Ertragschancen sind auch die Risiken immens. Es handelt sich um enge Märkte, an denen schon mit begrenzten Beträgen starke Preisschwankungen erzeugt werden können und die sehr stark von Spekulation geprägt sind. Ein echter Bewertungsmaßstab für Kryptowährungen existiert nicht. Denn anders als bei Aktien oder Gold ist der Bitcoin nicht mit einem Sachwert hinterlegt, auf dessen Basis man einen fundamental gerechtfertigten Wert ermitteln könnte.

Zudem können regulatorische Veränderungen die Attraktivität von Kryptowährungen deutlich verringern. Solche Veränderungen sind durchaus wahrscheinlich, denn die regulatorischen Anforderungen an diese Art der Geldanlage dürften perspektivisch nicht zuletzt aus Wettbewerbsgründen an diejenigen vergleichbarer klassischer Geldanlagen angepasst werden.

Einschätzung

Die aufgeführten Argumente verdeutlichen: Kryptowährungen sind allein schon mit Blick auf ihre ausgeprägten Wertschwankungen aus heutiger Sicht keine seriöse Alternative für private Anleger in Deutschland, sondern vielmehr spekulative Investments mit hohem Risiko. Sowohl ihr Anspruch, eine Alternative zu offiziellen Währungen zu bieten als auch die Idee, mit dem entsprechenden (hochspekulativen) Investment sein Vermögen zu mehren, bergen unseres Erachtens erhebliche Probleme.

So verlockend der rasante Wertzuwachs einzelner Digitalwährungen auch ist, Bitcoins und Kryptowährungen sind Spekulationsobjekte. Sie bergen erhebliche Risiken bis hin zum Totalverlust der Anlage.

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