Corona und Cybersicherheit

Welche Rolle das Virus bei Online-Aktivitäten spielt

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 25. März 2020
Lesezeit 4 Minuten

Während der Corona-Krise verlagern sich viele Tätigkeiten nach Hause und in die virtuelle Onlinewelt. So beruhigend die Existenz dieser Alternativen ist, desto wichtiger ist vor allem jetzt die Sicherheit im World Wide Web.

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie oder Ihre Beschäftigten im Homeoffice arbeiten
  • Sie sich im Internet über die neuesten Entwicklungen informieren
  • Sie online einkaufen

Virenalarm – offline und online

Das Corona-Virus beherrscht derzeit unser Leben – im Alltag, im eigenen Unternehmen, im Beruf, in den Nachrichten. Im Supermarkt stehen wir vor leeren Regalen, und die Medien bringen Sonderbeiträge zur aktuellen Lage in Dauerschleife. Bars, Restaurants, Fitnessstudios, Schulen, Kindertagesstätten – all das ist bereits geschlossen. Lieferketten funktionieren nicht mehr einwandfrei, und stellen viele Unternehmer vor die Frage, wie sie ihre Produktion aufrechterhalten können. Darüber hinaus gilt in Deutschland mittlerweile die allgemeine Kontaktsperre, in vielen Nachbarländern herrscht gar Ausgangssperre.

Kein Wunder also, dass sich das Leben vor allem drinnen abspielt. Wegen der Coronakrise verbringen immer mehr Menschen Zeit im Internet. Vieles, was wir sonst außer Haus erledigen, verlagern wir nun ins Internet, denn online gibt es Alternativen: den Einkauf im Online-Shop, virtuelle Fitnesskurse, Schulunterricht via Internet, Arbeiten im Homeoffice, Meetings per Webcam und vieles mehr.

Dass es diese Möglichkeiten gibt, beruhigt. Experten warnen aber, dass digitale Straftaten weiter zunehmen. Zwar haben die deutschen Sicherheitsbehörden ihre Arbeit im digitalen Raum im vergangenen Jahr deutlich erhöht, jedoch fehlt es ihnen oft an den Ressourcen, um noch stärker gegen Kriminelle im Netz vorzugehen.

Da aktuell immer mehr Unternehmer und Angestellte von zu Hause arbeiten, drängt sich auch die Frage auf, wie es diesbezüglich mit der Sicherheit im Cyberspace steht. Einer Umfrage von Deloitte Österreich, der Universität Wien und der Universität Graz zufolge nutzen von 214 befragten Unternehmen die meisten bereits Homeoffice-Lösungen. In Zeiten der Corona-Epidemie dürfte diese Zahl noch deutlich steigen. Allerdings haben Arbeitnehmer nicht zwingend einen Anspruch darauf, von zu Hause zu arbeiten. Auch in diesem Fall läge – wenn der Arbeitnehmer aus Angst vor dem Coronavirus nicht am Arbeitsplatz erscheint – eine Arbeitspflichtverletzung vor, die zum Wegfall des Entgeltzahlungsanspruchs führen kann. Die Parteien können sich aber einvernehmlich darauf verständigen, dass der Arbeitnehmer vorerst aus dem Homeoffice arbeitet.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Arbeitsweg entfällt, damit geht neben der Reduzierung der Infektionsgefahr eine Zeit- und Kostenersparnis einher. Außerdem kann die Arbeitszeit flexibler gestaltet werden, so ist oft auch die Work-Life-Balance leichter zu realisieren. Schließlich beschreiben ohnehin viele Beschäftigte, dass die Arbeit im Homeoffice konzentrierter sei. Dass die meisten Mitarbeiter zu Hause die eigene Technik nutzen, kann für Arbeitgeber sogar eine Kostenersparnis bedeuten.

Angriffsfläche Homeoffice

Doch gerade in diesem Punkt liegt der bedeutendste Nachteil: Die heimische Hard- und Software ist oft nicht ausreichend gegen Malware, Viren und Angriffe im Cyberspace gerüstet. Unsichere Zugänge zum Firmennetzwerk, mangelhafte Firewalls und schwachbrüstige Gratis-Virensoftware sind im privaten Umfeld eher die Regel als die Ausnahme. Das Problem: Spähsoftware wie Trojaner haben leichtes Spiel, Malware kann wichtige Daten löschen und wertvolles Firmen-Know-how zerstören.

Große Konzerne sind dafür oft gerüstet. Dem Magazin „IT-Daily“ zufolge sieht es jedoch bei kleinen und mittleren Unternehmen weitaus problematischer aus. Gerade jetzt im Zuge der viralen Ansteckungsgefahr möchten viele Arbeitgeber schnell handeln und ihren Mitarbeitern zügig die Arbeit von daheim ermöglichen. Wo der Schutz der Gesundheit löblicherweise im Vordergrund steht, wird die Cybersicherheit jedoch gern außer Acht gelassen.

Wie gefährlich das sein kann zeigt sich daran, dass Cyber-Kriminelle auf die Corona-Krise bereits reagiert und neue Cyber-Angriffe ausgetüftelt haben. Phishing-Seiten im Internet befassen sich mit dem Corona-Virus bzw. bieten Informationen dazu an und ahmen dabei die Web-Auftritte seriöser Quellen nach. Besonders betroffen ist die Weltgesundheitsorganisation. Angebliche Apps, die den Verlauf der Corona-Infektionen in der eigenen Region in Echtzeit auf einer Karte darstellen, laden Malware aufs Handy oder den Rechner und spielen so Spähsoftware auf. Die Cyber-Kriminellen jonglieren gezielt mit der Angst und dem Informationsbedarf der Menschen. Umso wichtiger, sich dieser Gefahr bewusst zu sein und die heimische Technik und dementsprechend auch die des eigenen Unternehmens zu schützen.

Gezielte Falschmeldung: Die Corona-Fake News

Doch Cybersicherheit bezieht sich nicht nur auf das Einspielen von Schadsoftware auf Computern. Auch die Informationssicherheit bei Internet-Quellen ist betroffen. Und zwar durch gezielte Falschinformationen, also Fake News. Gerade in Zeiten allgemeiner Verunsicherung, wie wir sie gerade erleben, haben viele Menschen vermehrten Bedarf an Information und Austausch. Dies geschieht vor allem über die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook und Whatsapp.

Mit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit und dem Kontaktverbot wird diese Art der Kommunikation noch weiter zunehmen. Da kursieren sehr schnell Gerüchte und Halbwahrheiten oder – noch schlimmer – absichtlich verbreitete Unwahrheiten. So wurde zum Beispiel über WhatsApp die Nachricht verbreitet, Alkoholkonsum helfe, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen - eine Information, die ebenso falsch ist wie die angebliche Quelle, das Robert-Koch-Institut. Das Problem: Fake News fordern Menschen zu nicht empfehlenswertem Verhalten auf, verunsichern und schüren Panik. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius ging in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ deshalb so weit, die Verbreitung von Falschmeldungen mit Bußgeldern zu ahnden. Denn Fake News zur Versorgungslage in Zeiten der Corona-Krise befeuern nicht nur Panik und Hamsterkäufe, sondern können nicht zuletzt soziale Konflikte auslösen.

Es ist also wichtig, auf die Quelle einer Information zu achten. Dies ist nicht immer leicht, aber meistens sind Fake News daran zu erkennen, dass wiederholt und plakativ starke Warnungen ausgesprochen werden - oft mit übertriebener Ausdrucksweise.

Cybersicherheit im Online-Handel

Auch im Bereich des E-Commerce nutzen immer mehr Kriminelle die gesundheitlichen Sorgen der Bevölkerung. Die Angst wird zunehmend zur Geschäftsidee. Aktuell warnt EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen vor Internet-Betrügern und angeblichen Wundermitteln gegen das Coronavirus. Die Zahl von Internet-Delikten habe zugenommen, ebenso die Zahl von falschen Arzneien, Sprays und Ähnlichem sowie völlig überteuerte Angebote von Artikeln wie Toilettenpapier, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe. Diesbezüglich erreichen immer mehr Hinweise von aufmerksamen Usern die Internetbeschwerdestellen. Von der Leyen unterstrich jedoch Fahndungserfolge, die die europäische Polizeibehörde Europol jüngst vermeldet hatte. Umso wichtiger, sich nicht von der Panik anstecken zu lassen. Wer dennoch online einkaufen möchte, sollte unbedingt einen seriösen Händler wählen. Das Trusted-Shop-Siegel ist nur eine Möglichkeit, solche Anbieter zu erkennen.

Unternehmer und Bürger können selbst einiges für ihren Schutz im Netz tun. Dafür müssen häufig nur ein paar Verhaltensregeln konsequent eingehalten werden:

Cybersicherheit im Homeoffice

Wer nicht die Zeit oder Möglichkeit hat, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen und seine Soft- und Hardware dementsprechend anzupassen, kann auf die Unterstützung spezialisierter Dienstleister zurückgreifen. Wer dennoch selbst für Cybersicherheit im Homeoffice sorgen möchte, sollte darauf achten, dass alle Geräte, das gesamte Netzwerk sowie der Internetzugang geschützt sind. Für Cloud-Lösungen empfehlen sich außerdem deutsche Anbieter, da diese neben den hohen Qualitätsstandards, die Software laufend auf dem neuesten Stand halten, gleichzeitig DSGVO-konforme Lösungen zur Verfügung stellen. Außerdem schließen regelmäßige Updates neu entstehende Sicherheitslücken. So verbessern Sie den Schutz Ihres virtuellen Arbeitsplatzes zusätzlich.

Cybersicherheit bei der Internet-Lektüre

Halbwahrheiten, Gerüchte und Fake News verbreiten sich im Internet schneller als das Corona-Virus selbst. Um sich von der Nachrichtenflut nicht verunsichern zu lassen, ist der beste Schutz, zuallererst seriöse Quellen für die Information heranzuziehen. Das sind die meisten Tages- und Wochenzeitungen, öffentlich-rechtliche Fernseh- und Radiosender und Verlautbarungen der Bundesregierung. Die sozialen Netzwerke verbreiten ebenfalls Informationen, die Quellenlage ist hier jedoch undurchsichtig und selten nachvollziehbar. Wer sich bezüglich des Wahrheitsgehalts einer Meldung unsicher ist, sollte also zunächst die Quelle prüfen. Gibt dies keinen Aufschluss, zum Beispiel weil sie zunächst seriös erscheint, aber dennoch gefälscht sein könnte, lohnt es sich, den genauen Wortlaut der Meldung in eine Suchmaschine einzugeben. Oft genügt das schon, um Fake News zu entlarven. Alternativ ist auch eine E-Mail oder ein Anruf bei der angeblichen Quelle eine Möglichkeit. Der Grundtenor lautet also: Lieber zweimal hinsehen, bevor sich Verunsicherung breitmacht.

Cybersicherheit beim Online-Kauf

Einkäufe ins Netz zu verlagern ist eine gute Möglichkeit, die Kontaktsperre aufrechtzuerhalten und Mitmenschen und sich selbst zu schützen. Leider nutzen viele Betrüger diese Situation aus. Mit überteuerten Angeboten oder gefälschten Waren besonders begehrter Güter – etwa Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken. Gefährlich ist das insbesondere bei gefälschter Schutzbekleidung und Desinfektionsmitteln, die nicht halten, was sie versprechen. Aus diesem Grund sollte der Online-Kauf bei bekannten Händlern geschehen. Das Trusted-Shop-Siegel ist ebenfalls ein Hinweis auf seriöse Anbieter.

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