Depot auf dem Prüfstand

Optimierungspotenzial per Depotanalyse identifizieren

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2020
Lesezeit 4 Minuten

Die Covid-19-Pandemie hat nicht nur die weltweiten Kapitalmärkte durcheinander gewirbelt, sie wird auch langfristige Auswirkungen haben. Mit einer Depotanalyse können Anleger jetzt überprüfen, wie gut sie für aktuelle und künftige Entwicklungen aufgestellt sind – und frühzeitig gegensteuern.

  • Sie Ihr Depot nach den aktuellen Marktturbulenzen zukunftssicher aufstellen wollen
  • Sie systematisch nach Problemzonen im Depot wie unentdeckten Klumpenrisiken suchen
  • Sie möchten, dass Ihre Portfoliostrategie Ihre Ziele optimal erfüllen kann

Voraussetzung für erfolgreiche Anlagen: Transparenz

So viel Volatilität wie zu Beginn der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus war lange nicht. Und es ist noch nicht vorbei: Solange kein Ende der globalen Gesundheitskrise abzusehen ist, ist kaum an eine Rückkehr zur Normalität zu denken. Auch nicht im Depot. So wie wir uns auf das „New Normal“ einstellen, sollten auch Sie sicherstellen, dass Ihr Depot gut für die neue Zukunft gerüstet ist.

Eine gute Depotentwicklung in den letzten Jahren ist dafür kein Garant. Die gute bis hervorragende Wirtschaftsentwicklung bis Anfang 2020 hat für positive Kursentwicklungen gesorgt. So blieben mögliche strukturellen Schwächen im Depot unentdeckt. Oder wie es Warren Buffet einmal ausgedrückt hat: „Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer ohne Badehose ins Wasser gegangen ist.“

Eine Depotanalyse stellt das bestehende Portfolio auf den Prüfstand und deckt bislang verborgene Klumpenrisiken und andere Verbesserungsmöglichkeiten auf. Vielfach, das zeigen die Depotanalysen, haben Portfolien einen „Home Bias“ durch einen zu hohen Anteil deutscher Werte, eine zu starke Betonung auf Einzeltiteln wie ausgesuchten Unternehmensaktien oder auch eine Übergewichtung von einzelnen Anlageklassen wie Aktien. Vielfach sind sich die Anleger dessen gar nicht bewusst. Intransparenz bei den Komponenten von Fonds, zu viele unterschiedliche Depots bei unterschiedlichen Banken oder auch eine Verschiebung der Gewichte über die Laufzeit des Depots sind Erklärungen dafür.

So funktioniert die Depotanalyse

Hier können Sie sich eine beispielhafte Depotanalyse anschauen und ausdrucken.

Die Depotanalyse besteht im Grundsatz aus vier Komponenten:

  • Ihre Zielsetzungen
  • Ihre Ausgangssituation
  • Die Vermögensanalyse
  • Der Vorschlag zur Vermögensoptimierung

Der erste Schritt bildet die Grundlage für die Analyse und vor allem den Optimierungsvorschlag. Denn es geht nicht darum, ein „optimales Standardportfolio“ zu entwickeln, sondern ein Depot, das genau zu Ihren Zielen passt. Dazu ist wichtig, dass Sie Ihre Renditeziele, Ihr Risikoprofil und Ihren Anlagehorizont mitteilen.

Im Zweiten Schritt werden alle Depotpositionen zusammengetragen. Dies kann bei zahlreichen Depots bei unterschiedlichen Depotbanken etwas aufwendiger werden; hinzu kommen weitere liquide Positionen wie Tagesgeld- und Festgeldkonten. Auch müssen Fremdwährungen in Euro vereinheitlicht werden, um die jeweiligen Anteile der Komponenten am Gesamtportfolio errechnen zu können. Anhand der Gesamtaufstellung können Sie sehen, wie hoch Ihr liquides Vermögen aktuell ist, welche Vermögensanteile in welchem Depot liegen und was die größten Posten sind.

Das Interessante für Sie wird aber die Vermögensanalyse sein. Zuerst werden die Positionen in unterschiedlichen Kategorien zusammengefasst:

  • Anlageklassen – so wird beispielsweise eine Überbetonung von Aktien sichtbar
  • Regionen – damit wird zum Beispiel ein Home Bias offensichtlich
  • Währungen – relevant, da Wechselkursschwankungen Ihre Rendite und Ihr Risiko beeinflussen können
  • Wertpapiergattungen – besteht das Depot vor allem aus Einzeltiteln oder aus Fonds, die eine breitere Risikostreuung haben, da sie wiederum in viele Einzeltitel investiert sind?

Diese Aufstellung ist keine Bewertung der Qualität – aber die Transparenz hilft schon einmal, eine mögliche Unwucht im Portfolio selbst zu erkennen. Die Vermögensanalyse geht aber noch deutlich tiefer: Bei der Betrachtung auf Ebene einzelner Anlageklassen wird zum Beispiel eine geringe Diversifizierung innerhalb einer Anlageklasse sichtbar.

Selbstverständlich ist es auch sehr gut möglich, dass Sie bestimmte Übergewichtungen ganz bewusst gewählt haben: Einen sehr hohen Aktienanteil als Renditeausgleich zu Niedrigzinszeiten. Oder einen hohen Anteil eines bestimmten Unternehmens, weil Sie aus beruflicher Tätigkeit günstige Optionen erhalten haben. Entscheidender ist, ob Ihr bestehendes Portfolio (noch) zu den anfangs von Ihnen genannten Rendite- und Risikovorgaben passt. Auch darauf geht die Depotanalyse ein: Auf der Basis von langfristigen Erwartungen auf Anlageklassenebene wird Ihr Bestandsdepot in die Zukunft fortgeschrieben. Daraus werden die zu erwartende Rendite und die zu erwartende Volatilität berechnet. Dies kann nie eine definitive Rendite-/Risiko-Vorhersage sein, erst recht nicht kurzfristig. Die zugrunde gelegten Erwartungswerte basieren auf langfristigen Analysen der bisherigen Entwicklung einer Anlageklasse. Diese Erwartungen werden laufend angepasst, sobald neue Erfahrungswerte hinzukommen. So werden strukturelle Veränderungen berücksichtigt, ohne kurzfristige Schwankungen überzubetonen.

Die Renditeerwartungen mögen für erfahrene Anleger wenig Überraschung bieten. Doch die Betrachtung der Risikoseite gestaltet sich für Privatanleger deutlich schwieriger. Hier simuliert die Depotanalyse ein maximales Verlustrisiko anhand bisheriger, relativ aktueller Krisen der letzten zwei Jahrzehnte, wie sich die Krise auf Ihr Portfolio ausgewirkt hätte. So sehen Sie, wie Ihr maximaler Verlust in der Dotcom-Krise oder nach der Lehman-Brothers-Insolvenz ausgefallen wäre. Und wie lange Sie gebraucht hätten, bis Sie wieder das Vor-Krisen-Ausgangsniveau erreicht hätten.

Kurzum: Mit der Vermögensanalyse erkennen Sie auf Anhieb, wie gut Ihr Portfolio zu Ihren Zielen passt und wo Schwierigkeiten bestehen.

Vorschlag zum optimaleren Depot

Allerdings ist es für den Privatanleger nicht einfach, eine für ihn optimalere Depotstruktur zu entwickeln. Das liegt nicht nur daran, dass Transparenz – beispielsweise, welche Komponenten ein bestimmter Fonds zu welchen Anteilen enthält – zeitaufwändig ist. Durch Wechselwirkungen wird immer wieder gegeneinander abgewogen werden müssen: Mehr Rendite an der einen Stelle kann das Risiko überproportional erhöhen; durch Zurückfahren eines übergewichtigen Bereichs könnte dennoch das Risiko steigen – all das ist bei komplexeren Depots nur schwer zu berechnen.

Darum ist das vierte Element der Depotanalyse – der Vorschlag zur Vermögensoptimierung durch den erfahrenen Private-Banking-Berater – so wichtig, um die richtigen Konsequenzen aus der Vermögensanalyse zu ziehen. Idealerweise diskutieren Sie aber mit Ihrem Private-Banking-Berater erst einmal über das Ergebnis der Analyse. So bekommt er ein genaues Bild, welche Aspekte der bisherigen Portfoliostrategie Ihnen besonders erhaltenswert sind. Teilen Sie in dem Gespräch ganz offen auch emotionale Komponenten wie Vorlieben oder Aversionen bestimmter Branchen, Regionen oder Anlageklassen aufgrund Ihrer bisherigen Erfahrungen. Jedes Depot erzählt eine Geschichte – und der Vorschlag des Private-Banking-Beraters zur Verbesserung wird Sie nur überzeugen, wenn er Ihre Präferenzen berücksichtigt.

Wenn Ihr Berater dann einen konkreten Gegenvorschlag zu einem optimaleren Depot erarbeitet hat, unterzieht er diesen einer ebenso sorgfältigen Vermögensanalyse wie zuvor Ihr bestehendes Portfolio: Welche Rendite, welche Volatilität ist zu erwarten? Und er simuliert auch hier wieder den Worst Case, die Krise. Das Ergebnis wird nicht immer eine Verbesserung in allen Aspekten sein, kein „mehr Rendite, weniger Volatilität, weniger maximales Verlustrisiko“ – denn das ist selten realistisch. Aber es sollte so überzeugend sein, dass es Ihre realistischen Vorgaben an diese drei Kenngrößen einhält oder zumindest möglichst nahe kommt.

Der Vorschlag enthält zuerst allgemeine Empfehlungen, welche Anlageklassen Sie stärker und welche Sie weniger stark gewichten sollten. Idealerweise erhalten Sie auch gleich konkrete Empfehlungen, mit welchen Anlageprodukten Sie die Optimierung Ihres Portfolios unkompliziert realisieren können.

Sie sollten so eine Depotanalyse regelmäßig wiederholen. Ihr Zeithorizont – und wahrscheinlich auch Ihre Ziele – verändern sich über die Jahre; aber auch die Rendite- und Risikoerwartungen können sich entwickeln. Die Erfahrungen einer neuen Krise wie der aktuellen Corona-Pandemie kommen hinzu und finden sich in den Erwartungswerten wieder. Und natürlich verändern sich auch die Relationen in Ihrem Depot, wenn bestimmte Anlagen stärker hinzugewinnen als andere, steigt ihr relativer Anteil entsprechend. 

Scheuen Sie sich daher nicht, Ihren Private-Banking-Berater der Sparkasse auf die Möglichkeit der Depotanalyse anzusprechen.

Experten-Interview

"Der nüchterne Blick von außen"

Deka Private Banking bietet eine umfassende Depotanalyse an. Im Gespräch berichtet Alexander Hopff, Leiter PB / FK Lösungen und Strategien bei der DekaBank, woran Depots häufig kranken und welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben.

Deka Private Banking: Herr Hopff, ich kann mir doch jederzeit meine Depotzusammensetzung und -Performance online anschauen, wofür braucht es da eine eigene Depotanalyse?

Alexander Hopff: Wenn Sie nur wenige Positionen in einem Depot haben, ist dieser Teil der Analyse einfach. Unsere Kunden haben aber komplexere Depots, teils über mehrere Depotbanken verteilt. Da ist es nicht einfach, genau zu wissen, wie gut mein Vermögen strukturiert ist. Ein Beispiel: Sie halten einen hohen Anteil an US-Aktien, dessen Sie sich auch bewusst sind. Sie haben aber nicht unbedingt präsent, dass etliche Ihrer Investmentfonds auch noch eine starke US-Gewichtung haben – dann hätten Sie ein Übergewicht, das Sie weder kennen noch wollen. Unsere Depotanalyse steigt tief ein und bereitet die komplexen Daten ganz übersichtlich auf. So sehen Sie den Wald und nicht nur ganz viele Bäume.

Deka Private Banking: Sie sprachen eine ungewollte Übergewichtung an – was sind denn die typischen „Problemzonen“, die Sie durch die Depotanalyse offenlegen?

Alexander Hopff: Neben einer Übergewichtung nach Branchen oder Regionen oder Anlageklassen, die nicht zu den eigenen Zielen passen, sehen wir auch viel unnötige Kleinteiligkeit. Also ganz viele Einzelpositionen statt breiter Fonds. Manchem Anleger gefällt es, Aktien seiner Lieblings-Unternehmen direkt im Depot zu halten, aber das ist ja auch immer mit viel Aufwand verbunden: Einladungen zu Hauptversammlungen, Unterschriften bei Kapitalmaßnahmen etc. Das zu bearbeiten kostet Zeit oder wird einfach ignoriert. Beides ist nicht optimal.

Deka Private Banking: Nach dem Kursabsturz durch die Corona-Krise dürften Ihnen die Anleger doch die Depotanalysen aus der Hand reißen…

Alexander Hopff: Viele Portfolios wurden schon seit Jahren nicht mehr angepasst, es lief ja oft gut. Aber in der Krise wurde deutlich, dass viele Portfolios schlecht geschützt sind. Da ist Handlungsbedarf dringend notwendig. Die Analyse bietet dafür eine solide Basis. Noch nutzen längst nicht alle, die davon sicher profitieren könnten, die Möglichkeit unserer Depotanalyse.

Deka Private Banking: Wie oft werden die Empfehlungen der Depotanalyse denn später vom Anleger auch umgesetzt?

Alexander Hopff: Sehr häufig. Der Schlüssel dafür ist aber eine verständliche Darstellung. Darauf haben wir sehr viel Energie verwendet: Die Ergebnisse aus der Vermögensanalyse so einfach wie möglich darzustellen, ohne aber Fakten und Zusammenhänge überzubügeln. Nur, wenn der Anleger versteht, wo er Potenzial im Depot verschenkt oder welche Risiken er da eigentlich im Portfolio hat, wird er auch den nächsten Schritt gehen wollen und handeln.

Deka Private Banking: Dann ist der Moment, wo Sie einen Vorschlag machen, wie es besser ginge?

Alexander Hopff: Auch hier ist es wichtig, den Kunden mitzunehmen. Das heißt, ich muss verstehen, warum sein Depot so ist, wie es ist, bevor ich einen Vorschlag unterbreite. Da können ganz persönliche Gründe eine Rolle spielen, aber auch falsche Einschätzungen zu Performance und Risiko. Würden wir dieses Gespräch nicht führen, wird der Kunde unseren Vorschlag wahrscheinlich nicht verstehen und ablehnen.

Deka Private Banking: Was unterscheidet Ihren Vorschlag häufig von den bestehenden Depots?

Alexander Hopff: Natürlich zum einen, dass wir die typischen Probleme beheben. Die Depots sind in aller Regel globaler, über mehr Anlageklassen gestreut und konsolidiert. Also Bündelung in relativ wenigen Fonds statt einer Vielzahl von Einzeltiteln. Zweitens stellen wir aber auch die Weichen für eine fortlaufende Optimierung. Es ist ja nicht mit einer Momentaufnahme getan und danach passiert wieder viele Jahre nichts. Darum empfehlen wir, alles in einem Depot zusammenzufassen, das macht es übersichtlicher. Manche Anleger erkennen am Ende aber auch, dass sie sich gar nicht oder nicht mehr mit allen diesen Fragen beschäftigen wollen. Um dem gerecht zu werden, schlagen wir dann eine Umschichtung in eine Vermögensverwaltung vor. Da wird das Depot aktiv von Experten gemanagt. die die Instrumente, Erfahrung und auch Entscheiderzugänge haben, auf anstehende Entwicklungen frühzeitig zu reagieren. Die Deka-Vermögensverwaltung Premium bietet zum Beispiel genau das an.

Rechtliche Hinweise
Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen.
Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand: Juni 2020. 
Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z.B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die Finanzverwaltung) unterworfen sein.

Allein verbindliche Grundlage für den Abschluss einer Vermögensverwaltung sind die jeweiligen Sonderbedingungen, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank, der DekaBank Deutsche Girozentrale Niederlassung Luxemburg oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60325 Frankfurt erhalten.

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