In Aktien anlegen

Der oft als Spekulationsobjekt missverstandene Substanzwert

Autor DekaBank
zuletzt aktualisiert am 19. September 2019
Lesezeit 3 Minuten

Für die langfristige Geldanlage sind Aktien – nicht nur in Niedrigzinszeiten – ein wesentlicher Bestandteil eines breit gestreuten Privatvermögens. Denn sie bringen im Durchschnitt über die Jahre höhere Erträge als Einlagen und insbesondere versprechen sie Renditen oberhalb der Inflationsrate.

Interessant für Sie, wenn …

  • Sie sich für die Anlage in Substanzwerte interessieren
  • Sie mehr über die langfristigen Renditechancen und die Risiken wissen möchten
  • Sie Wissenswertes über die historische Entwicklung wichtiger Aktienindices erfahren möchten

In Aktien anlegen

Rund zehn Prozent ihres Geldvermögens halten die deutschen Privathaushalte in Aktien,  entweder in Einzeltiteln oder in Investmentfonds. Mehr als ein Drittel ihres Vermögens liegt dagegen in festverzinslichen Bankeinlagen. Warum das so ist, liegt auf der Hand: Bankeinlagen bieten Sicherheit, Aktien dagegen gelten als riskant, als Spekulationsobjekte und werden damit missverstanden.

Aktien sind Substanzwerte mit positivem Trend

Aktien sind Substanzwerte, und zwar konkret Anteile am Eigenkapital eines Unternehmens. Durch den Aktienerwerb beteiligt man sich an einem Unternehmen. So gesehen ist die Frage, wie sich Aktienkurse entwickeln, zugleich auch die Frage nach der erwarteten Entwicklung der Unternehmen, insbesondere deren Gewinne. Nebenbei bemerkt: Viele Unternehmen schütten einen Teil ihrer Gewinne als Dividenden aus, sodass die Anteilseigner sogar regelmäßige Erträge aus ihren Aktien haben können. Tagtäglich gibt es eine Fülle von Informationen, die die Aktienkurse beeinflussen. Kurzfristige, oft erhebliche Kursbewegungen sind daher normal, zugleich jedoch sehr schwer vorherzusagen. Langfristige Prognosen sind dagegen einfacher. Denn auf lange Sicht wird die Wertentwicklung von Aktien durch den globalen Wachstumstrend bestimmt. Und dieser ist sehr wohl nachvollziehbar und prognostizierbar. Aktien bieten als Sachwertanlagen die echte Chance, eine Wertentwicklung oberhalb der Inflationsrate zu erzielen. Das können sichere Geldanlagen in der derzeitigen Nullzinsphase definitiv nicht leisten.

Der Vorzug der Aktien mit Blick auf die Inflation liegt darin, dass die Unternehmen mit ihren Preiserhöhungen an höheren Inflationsraten (aktiv) beteiligt sind. Wenn höhere Preise durchsetzbar sind, steigen dadurch Umsätze und Gewinne der Unternehmen. Dies wiederum lässt im Normalfall deren Aktienkurse steigen. Es besteht also ein positiver Zusammenhang von Preisen und Unternehmensgewinnen, was Aktien auch in einem Umfeld mit steigenden Inflationsraten attraktiv macht. Dies ist von großer Bedeutung, denn an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wird sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich wenig ändern. Damit dürften die Inflationsraten in den kommenden Jahren allmählich etwas ansteigen.

„Produktivgold“ klingt noch besser als „Aktie“

Wie wäre es, wenn wir die Aktie als „Produktivgold“ verstehen? Ein Großteil der börsennotierten Unternehmen hat die Solidität und Substanz, die Gold gerne zugesprochen wird. Im Gegensatz zu Gold sind Aktien aber produktiv und ertragreich, denn sie sind die Beteiligung am Produktivvermögen einer Volkswirtschaft. So verstanden bietet das Produktivgold Aktie gute langfristige Anlageperspektiven. In der immer währenden Rivalität zwischen Bulle und Bär – sie stehen für die Aufwärts- und die Abwärtsbewegungen an den Aktienmärkten – zeigen die Erfahrungen in der Tat, dass „Bärenmärkte“, also Phasen fallender Aktienkurse, von den Anlegern Geduld, gute Nerven und manchmal auch einen langen Atem erfordern. Indes belohnen die Märkte langfristig denjenigen, der Mut zum (unternehmerischen) Risiko hat.

Ein Aktionär ist immer ein Unternehmer. Damit ist der Aktienfondsbesitz keine Spekulation, sondern vielmehr eine Beteiligung – die Beteiligung an den guten Ideen Anderer. In der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ wurde dieses Prinzip aufgezeigt. Vier potenzielle Investoren sitzen da, lehnen sich zurück, lassen sich die Geschäftsmodelle von kreativen Köpfen erläutern und beteiligen sich mit ihrem Geld daran, wenn die Idee sie überzeugt. Der Vorteil von Wertpapiermärkten ist, dass man als Investor weder zwangsläufig sechsstellige Beträge noch Know-how in die Beteiligung einbringen muss. Für die Perspektive von Aktienmärkten ist allein wesentlich, dass es immer wieder neue Geschäftsideen, immer wieder Impulse für unternehmerische Aktivität gibt, die Gewinnphantasien mit sich bringen und Aktienmarktpotenziale begründen.

Strategien für die Praxis

Viele Aktienanleger haben aus den Verlusten, die sie im Zuge der geplatzten Tech-Blase im Jahr 2000 gemacht hatten, die Lehre gezogen, für immer die Finger von Aktien zu lassen. Deutlich sinnvoller ist jedoch der Schluss, Aktienanlagen samt ihrer starken Schwankungen als chancenreiche Geldanlage für die lange Frist zu sehen. Den Schwankungen kann man am einfachsten begegnen, indem man regelmäßig am Markt investiert, unabhängig zum einen von aktuellen Bewertungen und Kursniveaus und zum anderen von kurz- bis mittelfristigen Konjunktur- und Aktienmarktprognosen. Zudem lehrt uns die Vergangenheit, dass für eine ausgewogene Geldanlage Aktien von Unternehmen aus verschiedenen Branchen bzw. verschiedenen Regionen berücksichtigt werden sollen. Denn bei breiter Streuung fallen einzelne Nieten gegen die zahlenmäßig überwiegenden Gewinner weniger auf. Ein Unternehmen kann pleitegehen, ein breit gestreutes Aktienportfolio im Normalfall nicht.

Im Rückspiegel: Was zu verdienen war

Der wohl bekannteste Börsenguru André Kostolany ließ sich vor 30 Jahren zu der Formulierung hinreißen, dass sich wohl nur wenige Menschen (außer ihm) den amerikanischen Aktienindex Dow Jones bei 4.000 Punkten vorstellen könnten. Vor dem Hintergrund des „Schwarzen Montags “ am 19. Oktober 1987 mit einem anschließenden Absturz des Dow Jones auf rund 2.000 Punkte erscheint das wenig erstaunlich. Wahrscheinlich klang ein Indexstand von 4.000 Punkten aus damaliger Sicht ähnlich absurd wie aus heutiger Sicht: Der Dow Jones-Index hat Anfang Oktober 2018 ein neues Allzeithoch von 26.833 Punkten erreicht. Fakt ist: Aktien sind gleichermaßen eine der risikoreichsten wie der ertragsreichsten Anlageformen. Wie kann man mit den aus dem „Risiko“ resultierenden Schwankungen an Aktienmärkten umgehen? Am besten mit Geduld. Denn je länger man als Anleger im Aktienmarkt investiert bleibt, desto unwahrscheinlicher wird es, einen Verlust zu erleiden.

Blieb man rückblickend 15 Jahre im Aktienmarkt investiert, so landete man in der Vergangenheit immer im Plus. Dies gilt sowohl für den Deutschen Aktienindex DAX seit 1960 als auch für den US-Aktienmarkt Standard & Poor’s, für den sogar seit 1871 eine Historie vorliegt. Und darin sind neben den Finanzkrisen der vergangenen Jahre auch zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise mit erheblichen Belastungen für die Anlageklasse Aktie enthalten. Halten wir also als Erkenntnisse fest: Erstens, wer der Aktie in der Vergangenheit die Treue hielt, wurde mit einem durchschnittlichen Ertrag deutlich oberhalb der Inflationsrate belohnt. Zweitens, ab einer Haltedauer von 15 Jahren gab es eigentlich immer einen positiven Ertrag. Denken wir also an die die Sicherung des Lebensstandards in der Ruhestandsphase, dann sollte für Sie bereits in der aktiven Phase der Auf- bzw. Ausbau einer Aktienposition- z.B. aus Ausschüttungen des eigenen Unternehmens, zumindest berücksichtigt werden, wenn nicht gar die erste Wahl sein.

Auch die Sparkasse unterstützt Sie bei allen Fragen rund um die Anlage in Aktien. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrer Private Banking-Beraterin oder Ihrem Private Banking-Berater.

Rechtliche Hinweise
Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen.
Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand: Juni 2020. 
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