In Infrastruktur anlegen

Brücken, Häfen, Leitungen

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 7. September 2020
Lesezeit 4 Minuten

Investitionen in Infrastruktur reagieren robust auf Konjunktureinbrüche, versprechen stabile Erträge, bieten einen gewissen Schutz vor Inflation und tragen zur Risikostreuung bei. Nur: Für private Kapitalanleger ist es in der Regel schwierig bis unmöglich, sich an solchen Projekten zu beteiligen. Das einzubringende Kapital liegt im mehrstelligen Millionenbereich, meist haben Versicherungen und andere professionelle Investoren Zugang zu den besten Projekten, und die Kapitalbindung geht häufig in die Jahrzehnte. Eine Alternative bieten an der Börse gehandelte Unternehmen, die Infrastrukturinvestitionen tätigen.

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Enormer Investitionsbedarf in Infrastruktur

Der globale Investitionsbedarf im Bereich Infrastruktur ist enorm: Laut der Unternehmensberatung McKinsey & Company (Bridging Infrastructure Gaps, 2017) soll er sich zwischen 2017 und 2035 auf 69,4 Bio. US Dollar summieren – eine geradezu unvorstellbare Zahl, allein in Europa sollen es 9,7 Billionen sein. Infrastrukturinvestitionen fließen in die Modernisierung von bestehender Infrastruktur wie zum Beispiel in der Verkehrslogistik, in Telekommunikation, Umwelt- und Katastrophenschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien und in einen steigenden Bedarf an sozialer Infrastruktur.
 

Infrastruktur als Treiber in drei Bereichen

Infrastruktur profitiert von drei wesentlichen langfristigen Wachstumstreibern, die auch noch in den kommenden Jahrzehnten attraktive Investitionsmöglichkeiten bieten werden:

  1. Modernisierung in den Industrieländern
    In den Industrieländern leidet die Qualität der Infrastruktur erheblich an jahrelanger Vernachlässigung, was langfristig das Wachstum und damit Arbeitsplätze gefährdet. Darin liegt großes Potenzial für Investoren, denn in vielen Teilen der Welt müssen die Regierungen privates Kapital für ihre Infrastrukturausgaben gewinnen.
  2. Urbanisierung in den Schwellenländern
    Während der globale Megatrend „Urbanisierung“ das Wirtschaftswachstum unterstützt und die Lebensqualität von Milliarden von Menschen in den Schwellenländern verbessert hat, haben die Investitionen in die Infrastruktur nicht Schritt gehalten. Es bedarf erheblicher Investitionen in Nahverkehrssysteme, Versorgungsnetzwerke und soziale Infrastrukturen, um das weitere Wachstum zu unterstützen. Gleichzeitig erfordert eine wachsende Mittelschicht Investitionen in Sektoren wie Kommunikation und Verkehr.
  3. Umwelt und Klima
    Ohne Investitionen in die Infrastruktur könnten die Folgen des wachsenden globalen Wohlstands für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in den Schwellen- wie auch in den Industrieländern schwerwiegend sein. So investiert beispielsweise China erheblich in Gaspipelines, um die Abhängigkeit von der Kohle zu verringern. Chemische Abfälle aus Fabriken verunreinigen nach wie vor die Wasserressourcen und stellen ein kritisches Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Und in den USA beispielsweise ist der Austausch von Wasserleitungen, Kanalsystemen und die Modernisierung von Kläranlagen erforderlich, um die Wasserqualität zu erhalten.

Stabile Erträge und Schutz vor Inflation

Entwickelt, gebaut und betrieben werden Infrastrukturanlagen sehr häufig von privaten Unternehmen, und viele davon sind an der Börse gehandelt. Während institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen sich direkt und mit sehr großen Summen an den Projekten dieser Unternehmen beteiligen, können Privatanleger an den Erträgen dieser Unternehmen als Aktionäre partizipieren. Börsennotierte Betreiber von Infrastruktur (Liquid Infrastructure) liefern in der Regel stabile und attraktive Dividendenrenditen, die über dem breiteren Aktienmarkt liegen, da sie aufgrund ihrer Ertragsquellen in der Lage sind, mit stabilen und vorhersehbaren langfristigen Einnahmen zu kalkulieren. Zudem verfügen Infrastrukturanlagen häufig über eine monopolistische Marktposition und sind meist wenig oder gar keinem Preiswettbewerb ausgesetzt – zum Beispiel Mautstraßen oder -brücken, Kanäle, Wasserwerke, Pipelines oder Mobilfunkmasten. Das stattet sie mit einer hohen Preismacht aus und folglich mit der Möglichkeit, Preise im Rahmen oder über der Inflation zu erhöhen – auch, weil die Nachfrage wenig sensibel auf Preiserhöhungen reagiert und in den meisten Fällen wächst.
 

Die Partners Group, ein Investor, der sich auf Private Markets, also nicht börsennotierte Anlageklassen, spezialisiert hat, schätzt, dass etwa zwei Drittel der Investitionen ihres auf Liquid Infrastructure fokussierten Fonds Erträge liefern, die an die Inflation gekoppelt sind – meist durch langfristige Verträge, Konzessionen oder Regulierung (beispielsweise Wasser-, Strom- und Gasversorger). Auch Unternehmen, die den Regierungen soziale Infrastruktur wie Schulen und Krankenhäuser zur Verfügung stellen, bieten Investoren Zugang zu langfristigen, staatlich unterstützten, inflationsgeschützten Erträgen.

Infrastruktur als liquide Anlageklasse

Beispiel für einen in Listed Infrastructure investierenden Fonds ist der 2013 aufgelegte „Partners Group Listed Investments SICAV ­­– Listed Infrastructure“ (ISIN LU0949730401). Der Aktienfonds investiert weltweit in Unternehmen, die Infrastrukturinvestitionen tätigen und an großen Börsen notiert sind. Er ermöglicht es Anlegern, vom wirtschaftlichen Megatrend der Infrastrukturentwicklung sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern zu profitieren. Im Rahmen ihres aktiven Portfoliomanagements wählt Partners Group die attraktivsten Aktien aus einem weltweiten Anlageuniversum von mehr als 300 Unternehmen aus. Partners Group ist seit 2008 Unterzeichner der Principles for Responsible Investment der Vereinten Nationen und der Fonds verfolgt einen Ansatz, der jede Investitionsmöglichkeit in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards bewertet.

Naturgemäß langer Anlagehorizont

Wie in anderen Bereichen auch, gibt es immer wieder Übertreibungen in verschieden Infrastruktursegmenten. Wichtig ist es, solchen Trends nicht hinterher zu laufen. Das globale Investmentuniversum bietet mit seinen sehr unterschiedlichen Infrastruktursektoren immer die Möglichkeit zum Ausweichen. Anleger müssen sich aber bewusst sein, dass Infrastrukturaktien auch bei einer fundamental soliden Entwicklung ihrer Infrastrukturanlagen der allgemeinen Marktstimmung folgen. Ohnehin sollten Anleger in Jahren denken, nicht in Monaten. Der Bedarf in den Industrieländern, die bestehende, häufig veraltete Infrastruktur zu erneuern, ist ein langfristiger Trend, ebenso wie in Schwellenländern neue Infrastruktur aufgebaut werden muss und die Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung eingedämmt werden müssen. Diese Themen verleihen Infrastrukturbetreibern ein langfristiges Wachstumspotential.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de, erhalten.

Die Sparkasse unterstützt Sie bei allen Fragen zu Liquid Infrastructure. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrem Private Banking-Berater.

Infobox: Der Begriff "Infrastruktur"...

… umfasst alle langlebigen Investitionsgüter, die die Entwicklung einer Volkswirtschaft gewährleisten. Dazu gehören Verkehrsinfrastruktur wie Straßen, Flughäfen, Eisenbahnen, Häfen, Tunnel und Brücken; Kommunikationsinfrastruktur wie Übertragungssysteme für Fernsehen und Rundfunk, Antennen und Sendemasten für Mobiltelefone, Satellitensysteme und Kabelnetze; Anlagen zur Energieerzeugung und -verteilung, Gas- und Ölexploration sowie Wasserversorgung und -verteilung einschließlich Entsalzungs- und Kläranlagen. Schließlich umfasst Infrastruktur auch die Bereiche Bildung und Gesundheit sowie öffentliche Gebäude.

Quelle: Partners Group

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