Megatrends: Neue Chancen

Megatrends: Was sie ausmacht, wie Sie profitieren

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 21. November 2019
Lesezeit 4 Minuten

Die Welt verändert sich – und damit auch die Wirtschaft. Unternehmen, die Antworten auf die Herausforderungen der Megatrends unserer Zeit haben, haben die besten Wachstumschancen. Doch was zeichnet Megatrends aus (im Unterschied zu kurzfristigen Hypes) und was bedeutet das für Anleger?

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie nach neuen, attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen
  • Sie mehr wissen möchten, was bei Investitionen in Megatrends zu beachten ist
  • Sie Ihr Portfolio um besonders wachstumsstarke Werte erweitern möchten

Was zeichnet Megatrends aus?

Der Begriff der Megatrends hat sich nun schon vor einigen Jahre etabliert. Dennoch ist die Abgrenzung nicht ganz einfach und manche Fehlannahme prägt die Diskussion. So sind Megatrends kein Blick in die Kristallkugel, keine Wette auf mögliche kommende Entwicklungen. Megatrends sind bereits präsent und können unser Leben jetzt schon prägen – und werden unser Leben auch noch in den kommenden Jahren prägen. Die typische „Halbwertszeit“ von Megatrends liegt dabei bei rund 15 Jahren – also etwa doppelt so lang wie traditionellerweise ein Konjunkturzyklus ist. Dabei müssen Megatrends nicht weltweit für alle einheitlich sein. Zwar sind Megatrends global, doch sind ja nach Regionen oder sogar Ländern ganz unterschiedliche Ausprägungen möglich. Beispielsweise ist die gesamte Welt von der demographischen Entwicklung betroffen. Während die industrialisierte Welt (vor allem die USA, Japan und Europa) eine historisch bislang einmalige Alterung ihrer Bevölkerung erlebt, nähert sich die Bevölkerungsmehrheit in Wachstumsmärkten wie Indien oder China aber erst dem „Produktivitäts-Peak“-Alter. Die Folgen des demographischen Wandels können dadurch ganz andere sein, aber ihr Einfluss ist nicht zuletzt auch auf unsere Bedürfnisse und Möglichkeiten – und damit auf die Wirtschaft – erheblich. Dabei sind nicht nur Wirtschaft und Unternehmen Teil eines Megatrends; Megatrends wirken sich auch auf Politik, Wissenschaft, Technik und Kultur aus. Sie werden darum auch als Tiefenströmungen des Wandels bezeichnet.

Welche Megatrends gibt es?

Je nach Absender gibt es eine unterschiedliche Auswahl von Megatrends. Das Zukunftsinstitut beispielsweise sieht aktuell 12 Megatrends, für den Deka MegaTrends-Fonds haben wir sechs Megatrends ausgewählt. Dabei können ähnliche Entwicklungen ganz unterschiedliche Bezeichnungen tragen – und gleiche Bezeichnungen unterschiedlich definiert werden. Diese Megatrends lassen sich meist noch weiter ausdifferenzieren. So fasst der Megatrend „Sicherheit“ bei der Deka ganz unterschiedliche Entwicklungen wie Innere Sicherheit, Arbeitsplatzsicherheit, Cybersicherheit und Lebensmittelsicherheit zusammen. Bei anderen sind damit vor allem technische Sicherheitsaspekte gemeint – Stichwort Cyber-Security. Nun könnte man kritisch einwenden, dass wir noch nie so sicher lebten wie jetzt – und diese Entwicklung auch schon einige Jahrzehnte zurückreiche. Doch trotz objektiver Sicherheit wächst in den letzten Jahren die gefühlte Unsicherheit massiv. Der Wunsch nach größerer Sicherheit ist ausgeprägter denn je. Für ganz unterschiedliche Unternehmen bedeutet dieser Widerspruch damit die Chance auf eine überdurchschnittliche Entwicklung.
 

Weitere Megatrends sind beispielsweise Urbanisierung, Gesundheit, Klima und Umweltschutz, Sharing Economy, Konsum, Individualisierung, Konnektivität, Wissenskultur, Alterung und Ressourcenmangel. Häufig wird auch Digitalisierung genannt – obwohl hierbei auch deutlich wird, dass sich Megatrends auch überschneiden können: Digitalisierung beispielsweise mit Konnektivität und Sharing Economy, Gesundheit mit Alterung der Gesellschaft.

Was bedeuten Megatrends für Anleger?

Schon jetzt ist deutlich erkennbar, dass Unternehmen, deren Geschäftsmodell mindestens einen Megatrend zu einem deutlichen Anteil abbildet, wirtschaftlich dominieren. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Veränderung bei der S&P-500-Zusammensetzung: Dominierten lange Industrieunternehmen, sind seit etwa 30 Jahren Unternehmen mit „immateriellen“ Geschäftsmodellen in der Mehrheit. Inzwischen machen sie rund 90 Prozent des S&P 500 aus. In Deutschland ist dies im DAX dank starker Industrie noch nicht so ausgeprägt, doch die weltweite Marktkapitalisierung zeigt eben auch, wie gering das globale Gewicht einstiger Industrie-Schwergewichte wie Siemens oder Volkswagen inzwischen ist. Mit einem Ausbau ihrer Dienstleistungen versuchen auch die Industriekonzerne an Megatrends wie Shared Economy oder Konnektivität teilzuhaben, allerdings ist dies nicht einfach. Denn junge Unternehmen, die sich vollständig auf die Megatrends konzentrieren können, haben häufig schon mit ihren Geschäftsmodellen einen erheblichen Marktanteil erobert. Amazon, Google/Alphabet oder Apple haben dank ihrer Erfolge mit einigen Megatrends auch die finanziellen Möglichkeiten, noch weitere Megatrends zu besetzen. Apple beispielsweise folgt mit ihrer erfolgreichen Apple Watch nicht nur den Megatrends Konnektivität und Digitalisierung, sondern auch dem nach Gesundheit – und durch Features wie EKG und Notruf auch dem der zunehmenden Alterung in der Gesellschaft.

Wie stabil sind Megatrends?

Da Megatrends keine Weissagung, sondern in erster Linie eine Fortschreibung bereits deutlich wahrnehmbarer oder messbarer Entwicklungen sind, weisen sie eine hohe Stabilität auf. Dies muss allerdings nicht für die Unternehmen gelten. Lag die „Lebenserwartung“ im S&P 500 im Jahr 1990 noch bei 33 Jahren, ist sie auf heute etwa 20 Jahre gefallen. 2026 dürfte sie weiter auf rund 14 Jahre gesunken sein. Dies liegt zum einen an der technologischen Disruption, die auch Unternehmen mit „Megatrend-Geschäftsmodellen“ betrifft, zum anderen an den deutlich gesunkenen Eintrittsbarrieren für neue Unternehmen im Technologiebereich. Die Kosten eines Tech-Start-ups lagen im Jahr 2000 bei durchschnittlich 5 Millionen US-Dollar. Heute betragen sie nur noch 1 Promille davon: etwa 5.000 US-Dollar. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit von Kapital gewachsen, mit dem junge Unternehmen in kurzer Zeit zu internationalen Spielern aufgebaut werden können. Beste Voraussetzungen, auch als junges Unternehmen den Markt zu prägen.

Was sollten Anleger bei Investitionen in Megatrends beachten?

Auch wenn der Megatrend per se stabil ist, verändert er sich natürlich in seinen Ausprägungen und Anforderungen. Technische Neuerungen erlauben neue Antworten auf die Herausforderungen eines Megatrends. Das gibt ganz neuen Unternehmen die Chance, Marktanteile zu erobern. Anleger sollten angesichts sinkender Lebenszeit etablierter, heute noch erfolgreicher Unternehmen genau verfolgen, welche Unternehmen nach vorne rücken (können). Da der Wettbewerb global ist und auch hoffnungsvolle Unternehmen scheitern können, ist eine marktbreite Strategie deutlich empfehlenswerter, anstatt auf das „nächste Apple“ zu wetten. Wer nicht explizit auf Megatrends setzen möchte, kann auch Investitionen in einen Index nutzen – denn der S&P 500 wird wie oben beschrieben ja bereits heute von Unternehmen definiert, die megatrend-gerechte Leistungen und Produkte anbieten. Mit einer Investition in einen dezidierten Megatrend-Fonds, wie ihn der Deka-Megatrends-Fonds darstellt, besteht jedoch die Chance, schon frühzeitig in jüngere Unternehmen mit hohen Wachstumschancen zu investieren, bevor sie die notwendige Größe erreicht haben, Eingang in DAX 30 oder S&P 500 zu finden.

Wollen Sie mehr über Megatrends erfahren – und wie Sie als Anleger daran partizipieren können? Sprechen Sie mit Ihrem Private Banking-Berater der Sparkasse. Er wird Ihnen die für Sie geeigneten Möglichkeiten gerne aufzeigen. Er freut sich auf Ihren Besuch, Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.

Experten-Interview

„Wir verändern ständig unser Anlageuniversum“
Fondsmanager Alexander Eickhoff verrät, worauf er bei der Auswahl für den Deka-MegaTrends achtet.

Deka Private Banking: Herr Eickhoff, Sie haben für Ihren Fonds sechs Megatrends identifiziert. Dabei gibt es offenbar deutlich mehr Megatrends. Auf welche Megatrends haben Sie bewusst verzichtet?

Alexander Eickhoff: Unsere sechs Megatrends sind sehr breit gefasst. Dazu gehören jeweils eine Vielzahl von Sub-Trends. In unseren Megatrends „Digitalisierung“ oder „Umweltschutz und Klima“ sind beispielsweise auch solche Entwicklungen enthalten, die woanders als eigener Megatrend definiert werden. Die Grenzen sind da nicht ganz trennscharf. Da das aber ebenso für die Unternehmen gilt, ist das kein Problem. Nehmen Sie zum Beispiel Alphabet. Das Unternehmen setzt auf Digitalisierung, aber mit ihrer Tochter Youtube ebenso auf die Sharing Economy, mit anderen Aktivitäten wiederum auf Sicherheit usw.

Deka Private Banking: Wie groß ist Ihr Anlageuniversum?

Alexander Eickhoff: Wir betrachten nur solche Unternehmen, die mindestens ein Viertel ihrer Umsätze in einem der sechs von uns definierten Megatrends erwirtschaften. Unser Anlageuniversum umfasst aktuell rund 800 Unternehmen – das klingt erst einmal erstaunlich wenig angesichts der Vielzahl von Startups, die auf Megatrends setzen. Doch für uns kommen nur börsennotierte Unternehmen mit einer hohen Liquidität infrage, damit wir entsprechend flexibel bleiben können.

Deka Private Banking: Wie rasch ändert sich die Zusammensetzung dieses Anlageuniversums?

Alexander Eickhoff: Das ist eigentlich permanent in Bewegung. Neue Unternehmen wie Pinterest, das frisch an die Börse gegangen ist, kommen hinzu. Andere wiederum werden von der Börse genommen. Das liegt nicht etwa an deren Erfolgslosigkeit – sondern dass ein bereits sehr erfolgreiches „Megatrend“-Unternehmen auch das Potenzial des Unternehmens erkannt und es darum aufgekauft hat. Das ist eine typische Strategie von Amazon & Co, sich trotz der Disruptionen im Markt längerfristig an der Spitze halten zu können. Diese Strategie verfolgen inzwischen auch etliche „klassische“ Unternehmen wie Pharma- und Chemiekonzerne. Das unterstreicht einmal mehr, welche Bedeutung Megatrends für die Wachstumschancen von Unternehmen haben.

Rechtliche Hinweise
Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen.
Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand: Juni 2020. 
Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z.B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die Finanzverwaltung) unterworfen sein.

Artikel-Funktionen

Ihr nächster Schritt

Wir sind für Sie erreichbar

Sollten Sie Ihren persönlichen Sparkassenberater zum Private Banking noch nicht kennen, hilft Ihnen unser Service-Center gerne weiter.
Erreichbar Mo - Fr von 9 - 18 Uhr 069 7147-1177
Sie möchten zurückgerufen werden?
DEKA-PB EXKLUSIV

Der Weg zu Ihrem individuellen Zielbild

Es ist die Verzahnung Ihres finanziellen Zielbildes und Ihrer persönlichen Restriktionen mit einem eingespielten und spezialisierten Team aus Sparkasse und DekaBank, der die Grundlage professionell entwickelter individueller Anlagestrategien bildet. Durch eine Streuung Ihrer Investition über mehrere Anlageklassen kann die gewünschte Erreichung Ihrer Zielrendite zudem mit einem möglichst geringen Risiko angestrebt werden.
Anlagestrategien entwickeln