Nachhaltig investieren

Nachhaltige Investments sind so aktuell und notwendig wie nie

zuletzt aktualisiert am 19. September 2019
Lesezeit 3 Minuten

Die Finanzkrise, die europäische Schuldenkrise, aber auch die klimatischen Extreme infolge der Erderwärmung - all diese Beispiele zeigen, dass sich kurzsichtiges Wirtschaften früher oder später rächt.

Interessant für Sie, wenn ...

  • Sie Ihr Geld "sinnvoll" investieren möchten
  • Sie verständliche Anlageformen suchen, die nicht nur auf kurzfristige Wertsteigerung aus sind, 
  • Sie einen vernünftigen Umgang mit Ressourcen wichtig finden

Nachhaltig investieren

In diesem Kontext wollen Sie als Anleger verständlicherweise mehr denn je wissen, wie Sie Ihr Geld sinnvoll investieren können. „Sinnvoll“ heißt in Anlageformen, die zum einen für Jedermann verständlich sind, die zum anderen aber auch für Zwecke eingesetzt werden, bei denen man eine Wertsteigerung erwarten kann und die gleichzeitig für einen vernünftigen Umgang mit den Ressourcen und damit der Zukunft stehen.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee, nachhaltig zu investieren, hat inzwischen eine unglaublich breite Vielfalt angenommen. Dahinter steht der Wunsch, eben nicht nur kurzfristig und kurzsichtig Gewinne und Vermögen zu maximieren, sondern vielmehr auch mit Blick auf den Rest der Welt und die zukünftigen Generationen zu wirtschaften.

Was man im normalen Alltag so oft vergisst oder auch verdrängt, kommt in Krisenzeiten verstärkt ins Bewusstsein: die Überlegung, wie tragfähig und nachhaltig unser Wirtschaften tatsächlich ist. Denn ein Mangel an Nachhaltigkeit führt früher oder später zu Problemen. So hat beispielsweise das wenig nachhaltige Wirtschaften der Regierungen zu der europäischen Schuldenkrise geführt. Oder denken wir an den unterentwickelten Blick auf die Zukunft, der dafür verantwortlich ist, dass wir mit den begrenzten Rohstoffvorräten dieser Welt umgehen, als wären sie unerschöpflich. Dass dies nicht der Fall ist, dass die Ressourcen vielmehr sogar schon langsam knapp werden, demonstrieren uns immer wieder die Rohstoffmärkte, wenn sie in kurzfristig auftretenden Knappheitssituationen starke Preisanstiege aufweisen.

Wer sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst, stößt somit zwangsläufig auch auf die Frage nach den Grenzen des Wachstums. Nachhaltigkeit und Wachstum scheinen zwei nicht miteinander vereinbare Ziele zu sein. Aber muss die Weltwirtschaft überhaupt wachsen? Warum legen die Ökonomen so großen Wert auf das Wirtschaftswachstum?

Die Studie des Club of Rome

Über 40 Jahre ist es her, dass eine Gruppe von Wissenschaftlern im Auftrag des „Club of Rome“ hinsichtlich der – vermeintlichen – „Grenzen des Wachstums“ geforscht, diskutiert und mithilfe von Computersimulationen gerechnet hat. Die Ergebnisse haben damals die Welt aufgerüttelt. Eine Übervölkerung der Erde, zur Neige gehende Rohstoffe, eine den Wohlstand bedrohende Umweltverschmutzung – das waren die erschreckenden Prognosen. Die damaligen Berechnungen waren, wenn man ihre Prognosen für die heutige Zeit betrachtet, zum Teil durchaus zutreffend. Vieles davon ist aber auch nicht eingetroffen. Denn zum einen hatten die Ergebnisse zur Folge, dass ein stärkeres ökologisches Bewusstsein erwachte und Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen wurden. Zum anderen hat der technische Fortschritt vieles derart verändert, dass die Prognosen der damaligen „Welt-Modelle“ irrten. Die Auswirkungen des steigenden Wohlstands und der Erfindung der Pille haben das Bevölkerungswachstum deutlich reduziert. Ressourcensparende Technologien, verbesserte Fördermethoden für Rohstoffe, eine effizientere Nahrungsmittelproduktion – all das führte dazu, dass die Welt heute deutlich besser aussieht, als es damals befürchtet wurde.

Technischer Fortschritt als Lösung

Die Lösung der Frage, warum die Welt trotz des Wachstums nicht in Chaos und Elend stürzt, ist also der technische Fortschritt. Er hat beispielsweise dazu geführt, dass der Primärenergieverbrauch in Deutschland seit 1979 um über 10 % gesunken (!) ist, obwohl die Wirtschaftsleistung um rund 75 % angestiegen ist. Die Erzeugung der Energie wiederum ist inzwischen durch die Nutzung regenerativer Energien (Sonne, Wind, Biomasse,…) viel weniger vom Erdöl abhängig als Anfang der Siebzigerjahre. Solange Marktmechanismen funktionieren, d. h. knappere Rohstoffe teurer werden, lohnt es sich, in die Entwicklung von neuen Technologien zu investieren, die ressourcensparender sind.

Auch die mehrfache Nutzung knapper Rohstoffe, das Recycling, wird mit steigenden Preisen immer attraktiver. Damit steigt am Ende die Rohstoffproduktivität einer Volkswirtschaft, d. h. die gleiche wirtschaftliche Leistung kann mit weniger Rohstoffeinsatz von statten gehen. Der kreative Erfindergeist des Menschen wird also trotz seines ewigen Strebens nach mehr dazu führen, dass die Welt auch in 100 Jahren noch eine hohe Lebensqualität bieten wird. Spätestens das Atomunglück in Fukushima vom März 2011 und seine Folgen sowie der daraufhin „wiederbelebte“ deutsche Atomausstieg haben uns vor Augen geführt, wie eng die Bereiche Energieversorgung, Umwelt und Nachhaltigkeit miteinander verwoben sind. Der Energieverbrauch ist eine zentrale Quelle der Umweltverschmutzung. Aber ohne Strom, Treibstoff, Heizöl und Gas wäre unser Leben praktisch lahmgelegt. Wie kann unsere Energieversorgung mit möglichst geringen negativen Auswirkungen auf die Umwelt von statten gehen und eine dauerhaft sichere Energieversorgung gewährleistet werden?

Alternativen zur fossilen Energie

Aus fossilen Brennstoffen (z. B. Erdöl, Steinkohle) gewonnene Energie verursacht bei ihrer Nutzung einen hohen Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Diesem wird u. a. die globale Erderwärmung zugeschrieben. Lange Jahre hatte man auf die atomare Energiegewinnung als umweltverträglichere Alternative gesetzt. Doch deren langfristig negative Umweltfolgen sowie ihre hohen Risiken führen derzeit dazu, dass man sich wieder von ihr abwendet und verstärkt nach alternativen Energiequellen sucht. Aus Sonne, Wind und Wasser gewonnene Energie ist zwar weniger belastend für die Umwelt, allerdings ist sie auch deutlich weniger zuverlässig und lokal eingeschränkter als die in klassischen Kraftwerken erzeugte Energie. Die Herausforderungen einer umweltverträglichen Energieversorgung sind die Speicherung von Energie  sowie der Energietransport über weite Strecken.

Effizientere Gewinnung und Nutzung

Auch bei der Nutzung der fossilen Energieträger gibt es viel Potenzial für eine effizientere und damit umweltschonendere Nutzung. Dies beginnt bei spritsparenden Autos und geht über den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung (gleichzeitige Gewinnung von Wärme und Strom) bis hin zur Dämmung von Gebäuden. Diese Überlegungen zeigen auch die konstruktive Wirkungsweise der Marktmechanismen. Dreh- und Angelpunkt ist auch hier der technische Fortschritt – die Entwicklung von Ideen für eine bessere Welt.

Geldanlage für eine bessere Zukunft

Für den Anleger, der sich mit dem Thema der Nachhaltigkeit befasst, gibt es zwei grundlegende Überlegungen: Zum einen will er durch seine Anlagen dafür sorgen, dass nachhaltiger gewirtschaftet wird. Zum anderen will er mit seiner Anlage nachhaltige Erträge erwirtschaften, d. h. er will auch nach Inflation und Steuern eine positive Rendite erzielen. Wer diese Zeilen aufmerksam gelesen hat, muss nicht lange nachdenken, um die Kriterien für nachhaltige Anlagen zu finden: alles, was mit Investitionen in technischen Fortschritt, umweltfreundliche Produkte und Produktionsmethoden sowie alternative Energiequellen zusammenhängt.

Besonders interessant sind hierbei Unternehmen, die in den Emerging Markets aktiv sind. Diese werden angesichts der stetig steigenden Rohstoffpreise zwangsläufig frühzeitig in vielen Bereichen auf nachhaltige Produktionsmethoden und Produkte angewiesen sein. Und sie werden angesichts der gravierenden Umweltschäden, die schon aufgrund des schnellen Wachstums der vergangenen Jahre entstanden sind, die Nachhaltigkeit mit wachsendem Wohlstand immer stärker in ihren Fokus rücken. Ist es bei so viel Idealismus bei der Geldanlage dann überhaupt realistisch, dennoch langfristig Erträge zu erzielen, die auch nach dem Abzug von Inflation und Steuern positiv sind? Ja, denn gerade die auf Nachhaltigkeit bedachten Unternehmen werden in Zeiten steigender Rohstoffpreise und zunehmenden Umweltbewusstseins profitieren und hohe Gewinne erwirtschaften. Ob über Aktien oder Unternehmensanleihen – wer sich daran beteiligt, wird langfristig neben einem guten Gewissen auch Freude an einem wachsenden Vermögen haben.

Übrigens: die beliebteste Geldanlage des 22. Jahrhunderts sind Zukunftsfonds, die in Bildung, technologische Entwicklung und Naturforschung investieren.

Auch die Sparkasse unterstützt Sie bei allen Fragen zu nachhaltigen Investments. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrem Private Banking-Berater.

Nachhaltigkeit ist deutsch

Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714) war Oberberghauptmann am kursächsischen Oberbergamt in Freiberg. Angesichts einer drohenden Holzverknappung und Ausbeutung der Wälder am Ende des 17. Jahrhunderts formulierte von Carlowitz 1713 in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica" erstmals, dass

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann. Damit legte er den Grundstein für die deutsche Forstwirtschaft und das Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Rohstoffen.

Zitat

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Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag. (“Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht”, Seiten 105-106). Bild: Gemeinfreie Übernahme aus Wikipedia. Weitergehende, lizenzrechtliche Informationen siehe Link. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hans_Carl_von_Carlowitz.jpg

Hans Carl von Carlowitz (1645 - 1714)

Deutscher Kameralist sowie Oberberghauptmann des Erzgebirges.

Zitat

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Der Anfang ist der wichtigste Teil der Arbeit.

Platon (428/427 - 348/347 v. Chr.)

Griechischer Philosoph

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