Private Equity auch für Privatanleger

Ein liquider Zugang zu Private Equity

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 13. November 2019
Lesezeit 4 Minuten

Beteiligungen an nicht-börsennotierten Unternehmen – Private Equity – sind eine spannende Ergänzung im Vermögensportfolio: Ähnlich wie andere alternative Anlagen wie zum Beispiel Immobilienbeteiligungen, Hedgefonds, oder direkte Unternehmenskredite („Private Debt“) sorgt Private Equity für eine breitere Vermögensverteilung, was neben der Chance auf Rendite das Versprechen von mehr Stabilität im Portfolio mit sich bringt. Aber: Der Zugang ist schwer, der Mindesteinsatz hoch und die Kapitalbindung lang. Doch es gibt Alternativen.

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie eine hohe Affinität zu Investitionen in Aktienanlagen haben
  • Sie Ihr Kapital über zusätzliche Marktsegmente streuen wollen
  • Sie Interesse am Markt für Unternehmensbeteiligungen haben
  • Sie die lange Kapitalbindung solcher Beteiligungen abschreckt

Ein wachsendes Anlagesegment

Private Equity, also die Beteiligung an nicht-börsennotierten Unternehmen, hat sich längst zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor und einem etablierten Anlageinstrument entwickelt. In Deutschland haben sich laut Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zwischen 2014 und 2018 Private Equity Investoren mit knapp 42 Mrd. Euro an Unternehmen beteiligt (siehe Grafik). Jährlich finanzieren sie mehr als 1.000 Unternehmen und sichern damit in den mehr als 5.000 Portfoliounternehmen im Bestand die Arbeitsplätze von rund einer Million Beschäftigten.

Allein 2018 haben Private Equity Fonds in Deutschland über 2,7 Mrd. Euro frisches Kapital bei Investoren eingesammelt – weltweit waren es nach einer Erhebung der Unternehmensberatung Bain & Company 714 Mrd. US-Dollar. Das größte Stück vom deutschen Kuchen floss mit gut 1,2 Mrd. Euro in Venture Capital, gefolgt von Buy-Out-Fonds mit 826 Mio. Euro. Insbesondere so genannte institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen beteiligen sich an Private-Equity-Fonds, Private machen nicht einmal ein Zehntel der Investoren aus.
Quelle: European Data Cooperative (EDC)/ BVK, Datenstand: Februar 2019

Die wichtigsten Private-Equity-Strategien

  • Venture Capital: Fonds, die in einer Frühphase der Unternehmensentwicklung investieren, z.B. schon in der frühen Gründungsphase (Early Stage).
  • Buy-Out: Finanzierung zum Erwerb eines Unternehmens. Es kann eine substantielle Summe von geliehenen Mitteln verwenden werden, um die Akquisitionskosten aufzubringen. Typischerweise wird eine Mehrheits- oder Kontrollbeteiligung übernommen.
  • Growth: Beteiligungskapitalfinanzierung (meist als Minderheit) in relativ reife Unternehmen, die das Kapital für den Ausbau und die Verbesserung ihrer Aktivitäten oder die Expansion in neue Märkte für das weitere Wachstum suchen.
  • Mezzanine: Hybride Finanzierungen aus Fremd- und Eigenkapital mit eigenkapitalbasierten Bestandteilen und nachrangigem Fremdkapital.
  • Turnaround: Finanzierung eines Unternehmens, das in finanziellen Schwierigkeiten ist, mit der Absicht, den unternehmerischen Erfolg wiederherzustellen.
  • Generalisten: Fonds, die in alle Phasen des Beteiligungskapitals investieren.

Quelle: Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK)

Zuversicht im deutschen Markt

Auch 2020 dürfte das Volumen an Private Equity-Investitionen in Deutschland wieder wachsen. Das zeigt das im Oktober veröffentlichte Kapitalmarktpanel II/2019 der Investor-Relations-Beratung cometis. Demnach prognostizieren rund zwei Drittel der befragten Kapitalmarktexperten für 2020 eine Steigerung des Investitionsvolumens. Was die Finanzierungsanlässe betrifft, rechnen die meisten Panel-Teilnehmer (36,4 %) mit einem starken Wachstum an Venture-Capital-Finanzierungen, dicht gefolgt von Buyout-Transaktionen und Turnarounds (jeweils 31,8 %). Mit Blick auf die Branchen erwartet knapp ein Viertel der Befragten die meisten Private-Equity-Investitionen im kommenden Jahr in der Technologiebranche. Gleichzeitig werden nach Meinung der Befragten auch die Softwarebranche und die Industrie im Fokus von Private-Equity-Unternehmen stehen.

Hohe Hürden für private Anlager

Der geringe Anteil privater Investoren hat verschiedene Gründe. Zum einen ist der Zugang zu Private-Equity-Projekten äußerst schwierig und teilweise mit hohem persönlichem Engagement verbunden. Das trifft vor allem auf Direktbeteiligungen zu, denn man muss selbst passende Unternehmen finden, eine Bewertung anstellen, sich mit dem Unternehmer einigen und seine Investition überwachen. Es gibt Investorenpools, die dem Einzelnen diesen Aufwand abnehmen, aber auch dies sind eher elitär anmutende Zirkel, zu denen nicht jeder Zugang bekommt – zumal die Mindestbeteiligungen häufig im siebenstelligen Bereich liegen. Dies wirft in der Regel auch Fragen nach der Risikostreuung auf.

Besseren Zugang bekommen Privatanleger über Private Equity Fonds. Der Anleger sagt ihnen einen Bestimmten Betrag Kapital zu, das nicht sofort vollständig eingezahlt, sondern vom Fonds immer dann stückweise abgerufen wird, wenn er in ein neues Unternehmen investiert. Der Vorteil: Mit seiner Beteiligung ist der private Investor in mehreren Unternehmen zugleich investiert, die Risikostreuung ist also besser als bei der Direktbeteiligung. Andererseits gelten die Gebühren als hoch, in der Regel werden sie auch auf noch nicht abgerufenes Kapital berechnet. Zudem ist die Kapitalbindung hoch, solche Fonds laufen meist über fünf bis sieben Jahre, bis das Kapital wieder zurückgeflossen ist. Ein wesentliches Problem stellen auch Auswahl und Zugang zu den besten Fonds dar: Nur das obere Viertel gilt in der Regel „Garant“ für eine überdurchschnittliche Rendite. Und genau diese Fonds sind es, zu denen institutionelle Investoren wegen ihrer Kapitalstärke den besten Zugang haben. Privaten bleiben dann in der Regel nur die weniger renommierten Anbieter. Teilweise lassen sich diese Probleme über eine Beteiligung an einem Dachfonds umgehen. Diese haben oft Zugang zu den guten Fonds-Initiatoren und nehmen auch Kapital eher kleinerer Investoren an. Dennoch bleiben die hohen Gebühren und die lange Kapitalbindung.
 

Investieren in die Investoren - Listed Private Equity

Viele der renommierten Private-Equity-Initiatoren sind selbst an der Börse gehandelte Unternehmen – sie bilden das Branchensegment „Listed private Equity“. Das Engagement in Aktien dieser Unternehmen gilt als Alternative zu den erläuterten Zugangswegen, weil es einerseits eine Teilnahme am Erfolg des Private-Equity-Geschäftsmodells ermöglicht, und das bei deutlich geringeren Gebühren und börsentäglicher Liquidität. Der bekannteste Index für dieses Segment ist der LPX50, der die globale Kursentwicklung der 50 am höchsten kapitalisierten und liquiden börsennotierten Private Equity-Gesellschaften darstellt. Ein Vergleich mit dem MSCI World Total-Return-Index (also inklusive ausgeschütteter Dividenden) zeigt, dass ein Investment in den LPX50 ein stark diversifizierender Bestandteil im Portfolio sein kann, wenn er sich in schwachen Börsenjahren gegenläufig zum allgemeinen Aktienmarkt entwickelt (siehe Grafik).

Auch 2019 entwickeln sich gelistete Private-Equity-Unternehmen besser als die allgemeinen Aktienmärkte. Während letztere im August unter Schwankungen seitwärts tendierten, konnten die Private Equity-Unternehmen eine in Summe positive Kursentwicklung ausweisen. Die Fortsetzung der positiven Trends beim Einwerben von Mitteln, beim „Dry Powder“ (zugesagtes Kapital) und bei der Anzahl und dem Volumen der „Deals“ haben hier geholfen. Zwar machen nach wie vor die im Jahresvergleich sehr geringe Zahl an Exits (Verkäufen) und die steigenden Unternehmensbewertungen Sorgen. Und auch bei den so genannten Leveraged Loans, die für die Finanzierung von Private Equity-Transaktionen genutzt werden, hat es Dämpfer gegeben. Doch die am Markt diskutierten Sorgen vor einer Rezession haben die Investoren bislang nicht verschreckt.
Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Beispiel für einen in Listed Private Equity investierenden Fonds ist der 2004 aufgelegte „Partners Group Listed Investments SICAV-Listed Private Equity Fonds“ (ISIN LU0196152788). Er ermöglicht einen einfachen Zugang zur Anlageklasse Private Equity bei täglicher Liquidität und niedriger Mindestinvestition. Der Fondsinvestiert in börsennotierte Gesellschaften, deren Geschäftsmodell darin besteht, Private Equity-Investitionen zu tätigen (Listed Private Equity). Das Anlageuniversum umfasst mehr als 200 Gesellschaften, wobei sich der Fonds auf die 100 größten und liquidesten fokussiert. Der Großteil der Gesellschaften im Portfolio kümmert sich um die Restrukturierung von Unternehmen.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www,deka.de, erhalten.

Die Sparkasse unterstützt Sie bei allen Fragen zu Listed Private Equity. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrer Private Banking-Beraterin oder Ihrem Private Banking-Berater.

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