Risiken kennen

Geopolitische Risiken müssen vor der Investition bekannt sein

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 19. September 2019
Lesezeit 3 Minuten

Vernetzte Wertschöpfungsketten, sozial-gesellschaftliche und ökologische Aspekte oder schlicht Korruption: Wer international expandieren möchte, muss verschiedene Regularien und Strukturen bedenken.

Interessant für Sie, wenn ...

  • Sie international expandieren möchten
  • Sie dabei Stolpersteine vermeiden wollen
  • Sie Ihren Konkurrenten einen Schritt voraus sein wollen

Risiken kennen

Damit dieser Prozess für Sie nicht zum unternehmerischen Stolperstein wird, helfen wir Ihnen rund um den Globus beim Aufbau eines intelligenten Investitionsmanagements.

So viel ist sicher: Es liegt ein entscheidender Wachstumstreiber darin, über Landesgrenzen hinweg zu expandieren und erfolgreich in einen ausländischen Standort zu investieren – ob als Exporteur oder durch die Produktion von Ware. Ihr Unternehmen steht aber auch vor völlig neue Risiken. Nur wenn Sie alle landestypischen Chancen und Gefahren kennen, können Sie Ihren neuen Investitions- oder Geschäftsort sicher bewerten.

Diese sechs Punkte gilt es zu beachten:

1. Handeln Sie auf allen Ebenen verantwortungsvoll

Jedes Land hat unterschiedliche Standards in Bezug auf Rechtsnormen, Lizenzanforderungen oder personalrechtliche Besonderheiten. Per se ist der Umgang damit relativ einfach. Komplexer wird es durch die globale Vernetzung der Systeme.

Verantwortungsvolles Handeln auf allen Ebenen ist von zentraler Bedeutung für eine nachhaltige Investition. Eine Management-Methode, die wichtige Kriterien in die traditionelle Finanzanalyse integriert, ist der sogenannte ESG-Ansatz. Die Abkürzung steht für die drei Säulen Environment, Social, Governance.

Jedes Detail kann langfristig die wirtschaftliche Performance Ihres Unternehmens verbessern: Umwelt- und Energieprogramme, die Beachtung von behördlichen Auflagen oder Grenzwerten und die Wertschätzung von Menschenrechten im Rahmen einer guten Unternehmensführung. Um Ihr Geschäftsmodell vor Ort optimal in den Kulturkreis einzubetten, sollten Sie außerdem die gelebte Kultur in Ihrem Unternehmen an den landesspezifischen Erwartungen der dortigen Mitarbeiter ausrichten.

2. Analysieren Sie schon im Vorfeld die Rahmenbedingungen

Um Ihr Unternehmen auf potenzielle Entwicklungen im Investitionsland vorzubereiten, steht an erster Stelle eine ausführliche Analyse der jeweiligen Standortfaktoren. Die Liste ist lang: IT-Infrastruktur, Steuern, funktionale Lieferketten und Ausfuhrverbote, sowie Korruption und vieles mehr.

So müssen Unternehmen aus rechtlicher Sicht prüfen, ob die eigene Ware überhaupt aus dem betreffenden Land exportiert werden darf. Neben Rüstungsgütern besteht eine Genehmigungspflicht besonders bei so genannten Dual-use-Gütern. Gemeint sind damit alle Waren, die primär zivil, aber auch militärisch nutzbar sind. Beispiel hierfür sind Chemikalien, Maschinen, Werkstoffe, sowie bestimmte Technologien oder Software.

Auch die Korruption eines Landes ist für Sie als Unternehmer von Belang. Sie senkt indirekt die Wirtschaftsleistung und sorgt für einen Anstieg der Inflation. Den so genannten Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International können Sie als Hinweis heranziehen, um die Akzeptanz für den Rechtsstaat zu beurteilen. Zu den Schlusslichtern gehören meist Staaten mit kriegerischen Konflikten. Da der Index auf Umfragen und Einschätzungen beruht, kann er auch ein Richtwert sein für die Angst vor Strafverfolgung innerhalb des jeweiligen Landes.

3. Überprüfen Sie die konkreten Risikofaktoren

Identifizieren Sie die spezifischen Charaktereigenschaften Ihres Zielmarkts und die aktuellen geopolitischen Irritationen. Zu ihnen gehören schwankende Rohstoffpreise, Wechselkurse, fehlende Rechtsgrundlagen, Sanktionen, kriegerische Ereignisse, Populismus und Nationalismus, mögliche Cyber-Attacken oder staatliche Maßnahmen wie die Androhung von Strafzöllen.   

Regierungen formen den unternehmerischen Spielraum einer Nation völlig autonom. Dank internationaler Investitionsschutzabkommen  sind viele Handelshindernisse bereits ausgeräumt. Veränderungen in der Regierung eines Landes können einschneidende Folgen haben, wie das Beispiel Trump und TTIP im Fortgang der wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen Deutschland und den USA zeigt. Bestehende oder geplante Freihandelsabkommen sollten auf ihre Beständigkeit im politischen Kontext hin untersucht werden.

Zu beachten sind insbesondere politische Risikoquellen jenseits der Staatsgewalt. Wirtschaftspolitische Aktivitäten verbreiten sich blitzschnell, von der Straße bis in die Cloud. Durch die sozialen Medien wirken sich regionale Krisen oder Konflikte heute in Echtzeit auf Unternehmen rund um den Globus aus. Unabhängig davon, ob diese im Außenhandel tätig sind oder sich international über Direktinvestitionen engagieren.

4. Rechnen Sie ständig mit Veränderung

Im jährlich erscheinenden Global Risks Report, einer Studie des Weltwirtschaftsforums, nehmen (geo-)politische Themen mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert ein. Die Konsequenzen politischer Instabilität gehören zu den wahrscheinlichsten globalen Bedrohungen. Unternehmen, die in einer instabilen Region agieren, müssen folglich mit bedeutenden Auswirkungen auf ihr Business rechnen.

Die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass gerade Ihr Unternehmen in einem bestimmten Land einem spezifischen politischen Risiko zum Opfer fällt, beantwortet die Studie nicht. Sie zeigt aber, wie unvorhersehbar wirtschaftliche Veränderungen sind und bleiben. Im Ergebnis bedeutet das: Ein heute scheinbar sicherer Markt kann morgen schon diversen Risiken ausgesetzt sein.

5. Minimieren Sie Ihr individuelles Risiko

Zu Ihren Erfolgsfaktoren im Wachstumsmarkt Ausland gehört es also in erster Linie, dass Sie potenzielle Bedrohungen umfassend erkennen, richtig einschätzen und effektiv vorbeugen. So lassen sich beispielsweise durch Versicherungen, Frühwarnsysteme oder Hedging einzelne Risiken abfedern. Wohl überlegte, vordefinierte Prozesse ermöglichen mehr Kontrolle im Schadensfall.

Standardisierte Vorgehensweisen sind allerdings keine effektive Strategie im Risikomanagement. Besonders aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Ereignisse lohnt es sich, gemeinsam mit Experten verschiedene Risiko-Szenarien zu entwerfen. So lassen sich etwaige Veränderungsprozesse im Zielland durchspielen und deren Auswirkungen auf die lokalen Standortfaktoren abbilden. Die Information kann dann ein Richtwert sein für Ihre individuellen Vorkehrungen.

6. Seien Sie der Konkurrenz einen Schritt voraus

Die Digitalisierung sorgt weltweit für eine immer größere Palette an politischen Akteuren. Zahlreiche deutsche Unternehmen sind heute Weltmarktführer. Diesen Vorsprung verdanken sie nicht zuletzt einer methodischen Analyse aller Aspekte eines Landes, die für ein unternehmerisches Engagement dort relevant sind.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, ein transparentes Bild Ihres angestrebten Ziellandes zu ermitteln und so gemeinsam Ihre Aktivitäten und Ihr Wachstum in den neuen Märkten abzusichern. Wenden Sie sich bei Fragen rund um die Auslandsstrategie Ihres Unternehmens einfach direkt an Ihren Private Banking-Berater in Ihrer Sparkasse.

Zitat

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Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt (1769 – 1859)

Deutscher Naturforscher

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