Stiftungen gründen

Stiftungsarten und Gestaltungsmöglichkeiten für Ihr Stiftungsziel

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 19. September 2019
Lesezeit 4 Minuten

Möchten Sie Ihr soziales Engagement über Ihren Tod hinaus fortführen? Das Familienvermögen erhalten? Oder den Fortbestand Ihres Unternehmens sichern? In allen drei Fällen kann eine Stiftung genau das Richtige für Sie sein. Wir sagen Ihnen, warum.

Interessant für Sie, wenn ...

  • Sie sich sozial engagieren und dabei aktiv Ihre Ideen verwirklichen möchten
  • Sie den Fortbestand Ihres Unternehmens sichern wollen 
  • Sie Ihr Familienvermögen erhalten wollen

Stiftungen gründen

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge mehr als 42.000 Stiftungen. Kein Wunder, schließlich spricht vieles dafür, eine Stiftung zu gründen: Sie bestimmen die Satzung und damit den genauen Zweck Ihrer Stiftung, der auch nach Ihrem Tod nicht verändert werden darf. Und können so sicherstellen, dass Ihre sozialen, familiären oder unternehmerischen Ideale und Ideen langfristig weiterleben. Bei der Gründung einer Stiftung gibt es allerdings einige Dinge zu beachten. Diese Schritte sollten Sie auf dem Weg zur eigenen Stiftung gehen.

In vier Schritten zur eigenen Stiftung

Schritt 1: Sozial engagieren oder Vermögen absichern – Sie haben die Wahl!

Menschen, die eine Stiftung gründen, tun dies meistens aus Verantwortungsbewusstsein und dem Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das Motiv, gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken, spielt ebenfalls oft eine Rolle. Und natürlich möchten auch viele etwas schaffen, das über ihren Tod hinaus Bestand hat.

Mit einer Stiftung lässt sich all dies verwirklichen. Sie schaffen damit eine Organisation, die genau Ihren Vorstellungen entspricht. Und bei der Ihr gestiftetes Vermögen dauerhaft dem gemeinnützigen Zweck zugute kommt, der Ihnen am Herzen liegt.

95 Prozent aller selbstständigen Stiftungen verfolgen gemeinnützige Zwecke. Eine Stiftung kann aber auch dazu dienen, Ihren Vermögensübertrag sinnvoll zu gestalten – zum Beispiel in Form einer Familienstiftung oder einer unternehmensverbundenen Stiftung. Dazu später mehr.

Schritt 2: Finden Sie den richtigen Zweck für Ihre Stiftung

Wenn Sie eine gemeinnützige Stiftung gründen wollen, sollten Sie sich zunächst über den genauen Zweck der Stiftung klar werden. Auch wenn für Sie auf der Hand liegt, was Ihre Herzensangelegenheit ist, lohnt es sich, es kritisch zu hinterfragen: Bekommt dieses Thema bereits anderweitig genügend Unterstützung? Dann ist es vielleicht sinnvoll, sich noch etwas Zeit zu nehmen und weiter zu überlegen, bei welchem Thema wirklich Unterstützungsbedarf besteht. Und wo Sie mit Ihrer Stiftung tatsächlich etwas bewegen können.

Schritt 3: Wählen Sie das richtige Stiftungsformat

Bei den Stiftungsformaten unterscheidet man zunächst zwischen Verbrauchsstiftungen und konservativen Stiftungen. Und als nächstes zwischen unselbstständigen und selbstständigen Stiftungen.

Bei gemeinnützigen Stiftungen entscheidet man sich in der Regel für eine selbstständige konservative Stiftung. Konservativ bedeutet: Das Kapital bleibt unangetastet – der Stiftungszweck wird ausschließlich aus den Erträgen bestritten. Das erfordert gerade in Zeiten niedriger Zinsen ein professionelles Vermögensmanagement, damit Ihre Stiftung langfristig handlungsfähig bleibt.

Mehr zum Thema „Stiftungen im Zinstief“ erfahren Sie hier.

Selbstständig wiederum bedeutet: Ihre Stiftung ist staatlich anerkannt und rechtlich selbstständig. Sie wird sowohl von der Stiftungsaufsichtsbehörde geprüft als auch vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.

Eine Mindesthöhe des Stiftungskapitals ist nicht vorgegeben. Die Aufsichtsbehörde prüft jedoch, ob das jeweilige Stiftungskapital hoch genug ist, um den Zweck der Stiftung zu erfüllen – mit 100.000 Euro ist man hier derzeit bei allen Aufsichtsbehörden auf der sicheren Seite.

Steuern sparen? Ja, aber ...

Wenn Ihre Stiftung vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt worden ist, können Sie das von Ihnen bereitgestellte Stiftungskapital steuerlich geltend machen. Dadurch sinkt Ihre Einkommensteuerbelastung.

Sie können dabei maximal den so genannten Stiftungshöchstbetrag von einer Million Euro ansetzen und auf zehn Jahre verteilen, sodass Sie jedes Jahr bis zu 100.000 Euro steuerlich anrechnen lassen können. Nach jeweils zehn Jahren können Sie erneut bis zu eine Million Euro in Ihre Stiftung fließen lassen und weitere zehn Jahre lang bis zu 100.000 Euro jährlich steuerlich geltend machen. Bei zusammen veranlagten Ehepartnern sind sogar bis zu zwei Millionen Euro pro zehn Jahre möglich, also bis zu 200.000 Euro pro Jahr.

Allerdings: Stiftungen sind grundsätzlich kein Steuersparmodell und auch keine Anlagemöglichkeit im klassischen Sinne. Der Stifter gibt in jedem Fall mehr, als er zurückbekommt. Lassen Sie sich am besten vom Private Banking Berater Ihrer Sparkasse vor Ort beraten.

Die Alternative: Stiftung gründen aus privaten Gründen

Stiftungen müssen nicht gemeinnützig sein. Sie können auch der Absicherung des Familienvermögens oder der Unternehmensübertragung dienen. In diesen Fällen empfiehlt sich die Gründung einer Familienstiftung oder einer unternehmensverbundenen Stiftung.

Bei einer Familienstiftung wird das Vermögen zusammengehalten und gleichzeitig die Versorgung der Angehörigen aus den Stiftungserträgen sichergestellt. Dadurch lässt sich vermeiden, dass das Vermögen durch Erbgänge zersplittert wird oder die Erben verantwortungslos mit dem Vermögen umgehen.

Zu beachten ist allerdings, dass die engsten Angehörigen einen gesetzlichen Anspruch auf einen Teil des Erbes haben – auch wenn das Geld bereits in einer Stiftung gebunden ist. Deswegen ist es sinnvoll, mit den späteren Erben bereits bei der Gründung der Stiftung zu vereinbaren, dass sie gegen eine entsprechende Abfindungszahlung auf ihr Erbe verzichten. Familienstiftungen kommen übrigens nicht in den Genuss von steuerlichen Vergünstigungen.

Bei der unternehmensverbundenen Stiftung geht es darum, den Fortbestand Ihres Unternehmens zu sichern und die Nachfolge sinnvoll zu regeln. Die Stiftung betreibt das Unternehmen als Ganzes oder besitzt Anteile daran. Sie schützt es vor einer Zersplitterung durch Erbgänge, vor einer möglichen Veräußerung und dem Zugriff von Gläubigern des Stifters. Falls nötig, kann der Stifter über die eingesetzten Stiftungsorgane der Familie oder den Erben die Möglichkeit entziehen, direkten Einfluss auf das Unternehmen auszuüben. Im Gegensatz zu Familienstiftungen können unternehmensgebundene Stiftungen steuerbegünstigt sein, wenn ihre Erträge für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden.

In manchen Fällen ist es sinnvoll, die Vermögenswerte eines Unternehmens in eine Familienstiftung einzugliedern. Über die vielfältigen Möglichkeiten der Stiftungsgründung berät Sie gerne Ihr Private-Banking-Berater in Ihrer Sparkasse.

Schritt 4: Wollen Sie zu Lebzeiten stiften oder erst nach Ihrem Tod?

Wie bereits erwähnt macht es in vielen Fällen Sinn, Ihre Stiftung bereits zu Lebzeiten zu gründen – 80 Prozent aller Stifter entscheiden sich für diese Möglichkeit. So können Sie sichergehen, dass der Zweck Ihrer Stiftung bestmöglich umgesetzt wird. Läuft alles wie gewünscht, können Sie per Testament weiteres Vermögen in die Stiftung einbringen – erbschaftsteuerfrei!

Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Gründung per Testament „von Todes wegen“ zu veranlassen. In diesem Fall setzen Sie die Stiftung als Erbin in Ihr Testament ein. Sie erhält das Erbe, auch wenn sie erst noch gegründet werden muss. Für diese Aufgabe sollten Sie einen Testamentsvollstrecker einsetzen, um die Gründung und Fortführung der Stiftung nach Ihren Wünschen sicherzustellen.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Form der Stiftungsgründung gelten spezielle Formvorschriften des Erbrechts. Sie sollten sich dazu unbedingt mit Ihrem Private-Banking-Berater abstimmen.

Genauere Informationen und Antworten auf weitere Fragen rund ums Thema Stiftungen erhalten Sie bei einem persönlichen Beratungstermin in Ihrer Sparkasse.

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