Strategisch anlegen

Mit der richtigen Anlagestrategie zum Erfolg

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 25. August 2020
Lesezeit 4 Minuten

Wer ein finanzielles Ziel erreichen will, sollte eine Anlagestrategie haben. Denn diese entscheidet darüber, ob die Erwartungen an Rendite und Risiko erfüllt werden können.

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie ein konkretes Anlageziel erreichen wollen
  • Sie dabei auf das Know-how und die Tools von Experten zurückgreifen möchten
  • Sie bei Ihrer Anlage Rendite und Risiko in ein für Sie optimales Verhältnis bringen wollen

Aktien werden immer beliebter

Ein erstaunlicher Wandel hat sich unter Deutschlands Anlegern in den letzten Jahren vollzogen. Traditionell Aktien-avers, haben immer mehr Anleger sich für Aktieninvestitionen entschieden, denn sie versprachen – neben anderen Assetklassen wie Immobilien – eine besser rentierliche Alternative zu sein zu den niedrigen Zinsen von Anleihen guter Bonität. Doch der Absturz in den Aktienmärkten kam jäher als es Anleger im 21. Jahrhundert für möglich gehalten hatten. Als sich im Frühjahr immer mehr Länder einen Lockdown verordneten, um der Covid-19-Pandemie Herr zu werden, wurden die Märkte hinabgerissen. In kürzester Zeit verloren die wichtigen Indizes der Welt rund 40 Prozent an Wert.

Unerwartete Risiken

Die Geschichte der Aktienmärkte kennt solche Crashs. Lehman-Brothers, Neuer Markt, Schwarzer Freitag sind den meisten Anlegern ein Begriff. Und doch geraten solche Verluste schnell in Vergessenheit, wenn sich eine Anlageklasse über viele Jahre anhaltend positiv entwickelt. Wer nun allerdings annahm, der Corona-Crash würde länger anhalten, sah sich wieder überrascht. In vielen Märkten sind die Anleger wieder da und treiben die Kurse nach oben. Die Krise ist längst noch nicht ausgestanden, und wie lange, wie tief sie wird, ist derzeit nicht absehbar.

Deutlich wird dabei, wie riskant eine Anlage sein kann, die keiner fundierten Strategie folgt, sondern sich nur auf eine aktuelle Entwicklung verlässt. Darum sollten nicht nur bestehende eigene Anlagestrategien (siehe auch unser Hintergrundbericht zu Depotanalysen) auf den Prüfstand gestellt werden, sondern auch für weitere Anlagen eine professionelle Anlagestrategie entwickelt werden.

Hier können Sie sich eine beispielhafte Anlagestrategie anschauen und ausdrucken.

Anlagestrategie für einen Teil oder das gesamte Vermögen

Eine Anlagestrategie hat die Aufgabe, Ihre Vorgaben und Ziele möglichst optimal zu erreichen. Das kann für Ihr Gesamtvermögen gelten, aber auch bei Teilsummen – beispielsweise ein Erbe oder ein deutlicher Vermögenszuwachs nach dem Unternehmensverkauf – ist eine Anlagestrategie sinnvoll. Stets setzt die Anlagestrategie auf Ihren Renditeerwartungen, auf Ihrem Zeithorizont, Ihrer Risikoneigung und auch Ihren persönlichen Präferenzen auf.

Wer keine professionelle Unterstützung hat, beschränkt seine Anlagestrategie allerdings häufig in der Praxis nur auf zwei oder drei dieser Aspekte. Insbesondere Renditeerwartungen und persönliche Präferenzen bestimmen dann oft die Auswahl fürs Depot. Wie riskant solch ein Vorgehen sein kann, zeigt sich meist erst in einer Krise. Dann können die Verluste größer sein als erwartet und akzeptabel wären. Wer kurzfristig Bares benötigt, hat das Nachsehen. Aber auch langfristig orientierte Anleger können solche Crashs vielleicht nicht einfach „aussitzen“, indem sie auf die langfristige Erholung der Kurse setzen: Mancher Einzelwert könnte sich nicht erholen – ein insolventes Unternehmen, das seine Gläubiger nicht bedienen kann, zum Beispiel. Und schließlich kann die emotionale Belastung für den Anleger in solchen Phasen unnötig hoch sein.

Anlagestrategie blickt nach vorne …

Entscheidend ist darum eine Anlagestrategie, die alle vier Aspekte berücksichtigt und sie gegen die zu erwartenden Entwicklungen abpasst. Das heißt, die Anlagestrategie wird immer in die Zukunft gerichtet sein, idealerweise entsprechend Ihres persönlichen Anlagehorizonts. Die Konstruktion der Anlagestrategie ist allerdings nicht banal: Sie muss auf realistischen Annahmen über die künftige Entwicklung von Rendite und Risiko der jeweiligen Assetklassen basieren und die Auswahl und Gewichtung der Anlageklassen dann im Hinblick auf die Kundenziele individuell optimieren. Mancher Anleger wird in diesem Prozess erkennen, dass nicht jede persönliche Anlageneigung auch zu den eigenen Rendite- und Risikozielen passt.

… aber vergisst die Historie nicht

Da niemand die künftige Entwicklung einer Anlage kennen kann, besteht bei manchem Anleger die Sorge, ob die Anlagestrategie einem künftigen Stresstest wie einem Markt-Crash standhalten wird. Tatsächlich ist es schwierig, mögliche zukünftigen Krisen zu simulieren, denn die Geschichte zeigt, dass Ursprung, Umfang und betroffene Anlagen jedes Mal ganz anders ausfielen. Darum nutzen die Private-Banking-Spezialisten beispielsweise ein „Back-Testing“ einer für den Kunden entwickelten Anlagestrategie auf Basis vergangener Krisen. Dazu wird simuliert, wie sich die Anlagestrategie in einer Krise wie 9/11, Lehman-Brothers oder dem Crash am Neuen Markt geschlagen hätte. Weil allerdings viele Anlageobjekte wie beispielsweise ein neu aufgelegter Investmentfonds oder ein Zertifikat zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existiert hatten, geschieht die Prüfung auf der Ebene von Assetklassen. Bewusst wird vom konkreten Einzelprodukt abstrahiert, weil die strategische Zusammensetzung des Portfolios in Krisensituationen häufig entscheidender ist als die Abwägung, welchen konkreten Aktienfonds Europa man beispielsweise als Baustein einsetzt.

Diese Tests sind auch bei langfristigen Anlagezielen relevant, denn es kann nie ausgeschlossen werden, dass der Anleger doch einmal einen akuten Liquiditätsbedarf hat. Und es gibt dem Anleger Vertrauen zu wissen, dass er mit dieser Anlagestrategie die Krisen der Vergangenheit gut gemeistert hätte.

Kapitalmarktsimulationen sind jedoch nur ein Kriterium, um dem Kunden eine bestmögliche Entscheidungsgrundlage für seine Anlageentscheidung zur Verfügung zu stellen. Durch das transparente Aufzeigen weiterer Kriterien wie den Erwartungswerten bezüglich Rendite und Risiko der Anlageklassen, der historischen Zwischenverluste der konkreten Anlagekonzepte und auch volkswirtschaftlichen Einschätzungen wird in professionellen Anlagestrategien eine Struktur aufgebaut, die den Kunden bei seiner Zielerreichung optimal unterstützt.

Anlagestrategie statt Stückwerk

Eine umfassende Anlagestrategie beschränkt sich nur in Ausnahmefällen auf eine oder wenige Assetklassen. Diese Komplexität ist aber im Sinne des Investors, denn erst durch die Diversifizierung – und vor allem dem „Mischverhältnis“ unterschiedlicher Anlageklassen – kann das Portfolio gefunden werden, das den Zielen des Anlegers optimal entspricht. Denn das Zusammenspiel, die Korrelation unterschiedlicher Anlagen untereinander und ihre jeweiligen Risiko-Rendite-Erwartungen entscheiden in Summe über die Performance der Anlage. Darum sollte auch bei kurzfristigeren Zielen der Wert einer Anlagestrategie nicht unterschätzt werden.

Möchten Sie erfahren, wie eine optimale Anlagestrategie für Ihre Ziele aussehen könnte? Dann sprechen Sie einfach Ihren Private-Banking-Berater der Sparkasse an – er freut sich, das Gespräch über Ihre Ziele, Vorstellungen und mögliche Lösungen zu vertiefen.

Experten-Interview

„Das Zusammenspiel entscheidet“

Deka Private Banking erarbeitet eine individuelle Anlagestrategie, die an den Zielen der Kunden ausgerichtet ist. Doch was sind typische Ziele, was erschwert die Erstellung einer Anlagestrategie und warum ist sie dennoch sinnvoll? Thomas Grimm, Leiter Anlagestrategien und Analysen bei der DekaBank, gibt Antworten.

Deka Private Banking: Herr Grimm, wann wird eine Anlagestrategie erarbeitet?

Thomas Grimm: Es gibt zwei typische Anlässe. Im Regelfall sucht eine Kundin oder ein Kunde eine Lösung für eine ganz konkrete Situation. Jemand plant den Verkauf seines Unternehmens und sucht nach einer Möglichkeit, aus dem Veräußerungserlös sein Leben im Ruhestand zu finanzieren. Das ist nur ein Beispiel; es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten und damit verbundenen Zielen. Ein anderer Anlass ist unsere Depotanalyse, wenn wir bei der bestehenden Anlagestrategie Optimierungspotenzial, beispielsweise aufgrund veränderter Anlagehorizonte oder Ziele, gesehen haben. Dann erstellen wir gerne einen Vorschlag, wie wir es machen würden.

Deka Private Banking: Worauf kommt es bei der Erstellung einer Anlagestrategie vor allem an?

Thomas Grimm: Ganz ehrlich: Den Kunden zu verstehen. Wenn die Anlagestrategie nicht zu den Möglichkeiten und Zielen des Anlegers passt, hat sie ihr Ziel verfehlt. Dieses „Verstehen“ ist anspruchsvoller als man vielleicht denken kann, denn es gilt, mögliche Widersprüche, unrealistische Erwartungen aber auch Präferenzen und persönliche Eigenheiten korrekt zu erfassen. Bei uns ist die Konzeption einer maßgeschneiderten Anlagestrategie ein Prozess im professionellen Zusammenspiel von Deka Private Banking mit den Beratungsspezialisten der Sparkasse. Das ist für den Kunden ein entscheidendes Plus: Seine Anlagestrategie ist Ergebnis der exzellenten Beratungsexpertise der Sparkassen in Verbindung mit unserem Know-how sowie unseren Tools als Partner der Sparkassen im Private Banking. Eine individuelle Anlagestrategie ist somit Ausdruck höchsten Kundenverständnisses der Sparkassen und von Deka Private Banking.

Deka Private Banking: Was erschwert die Erstellung einer Anlagestrategie?

Thomas Grimm: Wir haben durch die Auftragsklärung der Private-Banking-Beraterin oder dem Private Banking-Berater der Sparkasse mit dem Kunden und unserem anschließenden Gespräch mit dieser Beraterin oder diesem Berater eine fundierte Grundlage zur Erstellung der Strategie. Sowohl wir als auch die Sparkassen wissen, dass eine Anlagestrategie möglichst die gesamte Situation des Kunden berücksichtigen sollte. Das geht aber nur, wenn wir alle Vermögenswerte des Kunden kennen; nicht nur die, auf die sich unsere Anlagestrategie bezieht. Wenn wir diesen Einblick nicht haben, können wir trotzdem natürlich eine optimale Strategie für die vorgegebenen Ziele entwickeln – aber nicht garantieren, dass es nicht vielleicht zum Beispiel Überschneidungen aus Gesamtvermögenssicht gibt. Der Kunde profitiert also insgesamt davon, je besser wir ihn und seine gesamte Situation kennen.

Deka Private Banking: Was sind die wichtigsten Komponenten einer erfolgreichen Anlagestrategie?

Thomas Grimm: Es ist nicht damit getan, nur auf aktuelle Trends zu setzen, selbst eine reine Auswahl der „klassenbesten“ Einzel-Investments ist selten zielführend. Denn zum einen sagt der Erfolg der Vergangenheit eines Einzeltitels wenig über künftige Entwicklungen aus, zum anderen ist das Zusammenspiel der Komponenten untereinander entscheidend – wie in einem Orchester. Die Mischung macht’s bekanntlich. Darum beginnen wir mit einer Abstraktion auf Ebene von Anlageklassen. Mit einem Core-Satellite-Ansatz können wir auch die individuellen Vorlieben eines Kunden darstellen: Im Kern sind dabei die „Basiswerte“, sie bilden den Schwerpunkt der Anlagen. In den Satelliten können dann Trends und Neigungen berücksichtigt werden. Hierbei geht es natürlich auch darum, die passenden Bausteine auszuwählen. Für Kunden, die die Umsetzung und Überwachung ihrer Strategie komplett delegieren möchten, könnte eine Vermögensverwaltung mit individuellen Ausgestaltungsmöglichkeiten die geeignete Lösung sein.

Rechtliche Hinweise
Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen.
Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand: Juni 2020. 
Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z.B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die Finanzverwaltung) unterworfen sein.

Allein verbindliche Grundlage für den Abschluss einer Vermögensverwaltung sind die jeweiligen Sonderbedingungen, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank, der DekaBank Deutsche Girozentrale Niederlassung Luxemburg oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60325 Frankfurt erhalten.

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