Vermögenssicherung

Privatvermögen und Firmenvermögen in Balance bringen

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 7. Januar 2020
Lesezeit 4 Minuten

Aus Risikogründen sollte ein Vermögen möglichst diversifiziert sein. Doch das ist bei Unternehmern nicht einfach – meist ist das eigene Unternehmen der mit Abstand größten Posten des Vermögens. Eine ganzheitliche Betrachtung von Privatvermögen und Firmenvermögen hilft Ihnen bei der Vermögenssicherung.

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie sich als Unternehmer privat absichern und vorsorgen wollen
  • Sie unabhängiger von dem Firmenvermögen werden möchten
  • Sie dabei aber die Entwicklung Ihres Unternehmens berücksichtigen müssen und wollen

Die schwierige Grenzziehung zwischen Privatvermögen und Firmenvermögen

Ob junges Unternehmen oder Familienunternehmen in dritter Generation, die Grundfrage für jeden Unternehmer bleibt gleich: Investiere ich zur Verfügung stehendes Kapital in mein Unternehmen oder in ganz andere, unternehmensunabhängige Anlagen? Diese Fragen stellen sich ganz akut, wenn Ihr Unternehmen Kapital – beispielsweise für Investitionen – benötigt oder wenn es um die Verwendung eines Unternehmensgewinns geht. Häufig entscheiden sich Unternehmer für die Investition ins eigene Unternehmen und damit ins Firmenvermögen. Und das gilt oft auch unabhängig davon, wofür das Kapital benötigt wird und wie gut sich das Unternehmen entwickelt:

  • Wachstumsinvestitionen: Als Unternehmer kennen Sie kein Investitionsobjekt so gut wie Ihr Unternehmen und seinen Markt. Diesen Wissensvorsprung haben Sie bei Geldanlagen in fremde Aktien, Anleihen oder Rohstoffe nicht. Darum scheint Ihnen vielleicht die Wahrscheinlichkeit hoch, mit dem Kapital eine bessere Rendite zu erzielen als mit anderen Anlagen.
  • Sicherheitspuffer: Auch wenn keine direkte Investition geplant ist, gibt es die Neigung vieler Unternehmer, mit einem Kapitalpuffer das Firmenvermögen zu sichern. Damit soll Ihr Unternehmen besser für einen möglichen Auftragseinbruch gerüstet sein. Auch hilft es Ihnen dabei, Ihre Unabhängigkeit gegenüber externen Kapitalgebern (und deren Mitspracheansprüchen) zu sichern.
  • Krisenhilfe: Benötigt das eigene Unternehmen aufgrund einer negativen Geschäftsentwicklung weiteres Kapital, sind Sie vielleicht bereit, dieses aus Ihrem Privatvermögen bereitzustellen. Damit möchten Sie das bestehende Firmenvermögen erhalten und gegebenenfalls Arbeitsplätze sichern.

Diese Entscheidungen sind in allen drei typischen Situationen nachvollziehbar. Der Impuls, das eigene Unternehmen zu stärken oder zu bewahren, ist nachvollziehbar, denn ein eigenes Unternehmen ist mehr als nur ein Vermögensbestandteil: Es ist oft auch Arbeitgeber und Identifikationspunkt.

Objektivität als Grundlage der Vermögenssicherung

Allerdings liegt in dieser emotionalen Komponente auch eine Gefahr: Ihnen fehlt als Unternehmer vielleicht eine nüchterne Distanz, Risiko und Chance der Investitionen zu bewerten. Zwar haben Sie wie andere risikobewusste Unternehmer einen Kreis von unvoreingenommen Ratgebern um sich – zum Beispiel Mitarbeiter, Familienmitglieder oder professionelle Ratgeber wie Banker, Steuerberater und Anwälte. Doch länger anhaltender Erfolg kann auch bei Ihnen zu einer Beratungsresistenz führen (oder dazu, dass vormals kritische Ratgeber angesichts des Erfolgs verstummen), ohne dass Sie sich dessen bewusst sind. So ergeht es jedenfalls vielen erfolgreichen Unternehmern. Das kann dazu führen, dass Sie unter Umständen immer riskantere Investitionen wagen. Bei einem Misserfolg kann die emotionale Komponente sogar noch stärker durchschlagen: Ein unternehmerischer Misserfolg soll unter allen Umständen verhindert werden. Dann droht aber nicht nur unternehmerische Insolvenz, sondern auch private. Sie sollten sich daher immer bewusst sein, dass auch das beste Wissen über das eigene Unternehmen und den eigenen Markt nicht vor Misserfolgen schützen kann. In unserer derzeitigen VUCA-Welt – volatil, unsicher, komplex und ambivalent – sind Fehleinschätzungen durch abrupte Politikwechsel oder digitale Disruptionen sogar noch wahrscheinlicher geworden.

Ein Totalausfall der Vermögensteils „Unternehmen“ kann darum prinzipiell nicht ausgeschlossen werden. Da dies meist auch für andere Kapitalanlagen gilt, empfehlen alle Anlageberater, eine möglichst breite Risikostreuung bei der Geldanlage. Eine ganzheitliche Betrachtung Ihres Vermögens - darum Ihr Firmenvermögen und Ihr Privatvermögen einschließen. Die Aufgabe bestimmt darin, ein diversifiziertes Portfolio zu erreichen, ohne dass dies auf Kosten der Unternehmensentwicklung passiert. Denn hohe Entnahmen aus dem Firmenvermögen können das Unternehmen gefährden. Dann wäre beim Versuch, die Abhängigkeit von Ihrem größten Anlageelement „Unternehmen“ zu reduzieren, Ihre wichtigste Vermögensposition beschädigt worden. Das kann nicht im Sinne Ihrer Vermögenssicherung sein. Das Ziel muss sein, Firmenvermögen und Privatvermögen in Bezug auf Rendite, Risiko, Haftung und Steuern in Balance zu bringen.

Betrachtung des Privatvermögens professionalisieren

Damit eine Balance gefunden werden kann, sollten Sie das Thema Privatvermögen ebenso professionell angehen, wie Sie dies beim Unternehmen typischerweise auch tun. Während Steuerberater, Finanzabteilung und der regelmäßige Austausch mit Banken und Beiräten in gut gemanagten Unternehmen selbstverständlich sind, wird die Allokation des Privatvermögens von sehr vielen Unternehmern weniger professionell gemanagt. Weil Unternehmer selten die Zeit haben, sich mit der gebotenen Sorgfalt um das Management des Privatvermögens zu kümmern, sollten Sie sich das Know-how extern einkaufen. Privatbanken, Vermögensverwalter und Anlageberater sind auf steuerliche Aspekte, Liquiditätsplanung und Portfoliostrategien spezialisiert. Ihre Aufgabe ist es, mit dem Privatvermögen einen sicheren, aber rentablen Gegenpol zum Unternehmen und seinen Risiken aufzubauen. Dazu ist es wichtig, dass Ihr Berater – und damit auch Sie – Antworten auf die wichtigsten Fragen haben:

  • Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Privatvermögen?
  • Welche Liquidität benötigen Sie für sich (und Ihre Familie) aktuell und künftig?
  • Welche Risiken dürfen bei der privaten Vermögensanlage eingegangen werden?

Auf Basis dieser – und natürlich weiterer Informationen – kann der Vermögensspezialist ein Portfolio für Sie strukturieren.

Ganzheitliche Vermögenssicherung

Dabei wird schnell deutlich, dass eine ganzheitliche Betrachtung von Firmenvermögen und Privatvermögen zu einem besseren Ergebnis auch bei Ihrer privaten Vermögensanlage führt. Denn die private Strategie kann beim Unternehmer – siehe Anfang des Texts – nur schwer vom Unternehmen getrennt werden. Der Vermögensverwalter sollte wissen, wann mit Liquiditätszuflüssen aus dem Firmenvermögen – beispielsweise eine Gewinnausschüttung – zu rechnen ist oder wann gegebenenfalls ein Nachschuss ins Unternehmenskapital erfolgen muss. Wenn Firmenvermögen und Privatvermögen sogar innerhalb eines Bankhauses – wie es die Deka anbietet – gemanagt werden können, ist die Kommunikation zwischen beiden Bereichen besonders reibungslos möglich. Vor allem werden bei diesem ganzheitlichen Ansatz frühzeitig widerstreitende Ziele offengelegt: Wenn beispielsweise auf Unternehmensseite deutlich wird, dass keine Liquidität abfließen kann, sollte die Privatvermögensseite darauf reagieren können. Ebenso können weitere Klumpenrisiken aufgedeckt werden. Zum Beispiel sollte ein Unternehmer aus der Automobilbranche aus Risikogesichtspunkten nicht auch noch beim Privatvermögen in der Branche investiert sein.

Gerade bei größeren, kapitalintensiven Unternehmen wird es Ihnen nicht leichtfallen, ein „ausgewogenes“ Portfolio Ihres Gesamtvermögens zu erreichen. Mit einer ganzheitlichen, professionellen Betrachtung können jedoch Maßnahmen ergriffen werden, die das damit verbundene Risiko verringern. In jedem Fall wird Ihnen aber Ihr Gesamtrisiko noch einmal bewusster. Allein dieses Wissen hilft dabei, Entscheidungen zum Firmenvermögen nicht mehr isoliert zu treffen. Und auch das trägt zur Vermögenssicherung bei.

Machen Sie noch heute den ersten Schritt, Ihr Vermögen zu diversifizieren und neue Ertragschancen unabhängig von Ihrem Unternehmen zu entwickeln. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Private Banking-Beraterin oder Ihrem Private Banking-Berater der Sparkasse. Sie bzw. er berät Sie ganzheitlich und hat sowohl Ihre unternehmerischen als auch privaten Ziele im Blick.

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