Wirkungsorientiert anlegen

Impact Investing: Konsequenteste Form der nachhaltigen Geldanlage

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 9. Dezember 2020
Lesezeit 5 Minuten

Nachhaltigkeit als gesellschaftspolitisches und Investment-Thema bleibt in aller Munde. Mehr und mehr private sowie institutionelle Investoren setzen dabei auf Impact Investing. Damit versuchen sie, ihre Vermögensanlage mit ihren persönlichen und den gesellschaftlichen Zielen in Einklang zu bringen und Umwelt und Gesellschaft zum Guten hin zu beeinflussen.

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie wissen möchten, wie Sie mit Ihrer Anlage das soziale und ökologische Verhalten von Unternehmen beeinflussen können
  • Sie mit Ihren Anlagen nicht nur finanzielle Erträge erzielen möchten
  • Sie mehr über veränderte Risiken und Renditechancen erfahren möchten

Konsequenter und transparenter Ansatz

Der Trend ist unübersehbar: Nachhaltiges Investieren ist en vogue. Immer mehr Anleger wollen nachhaltige Faktoren in ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Die Corona-Pandemie hat den Fokus auf die nachhaltige Geldanlage zusätzlich geschärft. Denn die negativen Auswirkungen auf globale Lieferketten, die Skandale in der Fleisch verarbeitenden Industrie oder die sozialen Probleme im Pflegedienst haben die Notwendigkeit deutlich werden lassen, beim Investieren umzudenken.

Ein Ansatz, der auch deshalb deutlich an Bedeutung gewinnt, ist das Impact Investing. Dieser Ansatz gilt als die konsequenteste Form der nachhaltigen Geldanlage. Auf Deutsch bedeutet Impact Investing „wirkungsorientiertes Investieren“. Laut der Definition der Bundesinitiative Impact Investing (https://bundesinitiative-impact-investing.de) ist dieses wirkungsorientierte Investieren als Form der privaten Kapitalanlage zu verstehen, die über die reine Orientierung an (finanzieller) Rendite und Risiko hinausgeht. Inkludiert ist somit die Absicht, auch positive soziale und/oder ökologische Wirkungen zu erzielen – und dies möglichst direkt und nachweisbar.

Positive Wirkung nachweisen und dokumentieren

Während klassisches ESG-Investing vor allem auf die finanzielle Rendite fokussiert ist, verbunden mit dem Interesse, den Schaden an Gesellschaft und Umwelt beim Investieren zu minimieren, ist das wesentliche Ziel beim Impact Investing, direkte und vor allem messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkungen zu erzielen. Diese positiven Auswirkungen müssen nicht nur nachweisbar sein, sondern ebenso transparent dokumentiert werden. Das kann etwa die Menge des eingesparten CO2, das weniger verbrauchte Wasser, die Megawatt-Zahl des erzeugten Ökostroms oder die Anzahl der neugeschaffenen Stellen sein.

Mit Impact Investing kann das eingesetzte Geld folglich mehr als nur eine finanzielle Rendite erzielen: Wirkungsorientierte Investitionen können gleichzeitig soziale und ökologische Projekte unterstützen. Damit unterscheidet sich Impact Investing sowohl von der klassischen Kapitalanlage, die vorrangig auf Rendite abzielt, als auch von der traditionellen Spende, die in erster Linie gesellschaftliche Veränderungen anstoßen will.

Keine Vision, sondern Realität

„Impact Investing ist heute keine visionäre Idee einer kleinen Gruppe von Innovatoren mehr, sondern ein ausdifferenzierter Milliardenmarkt mit großem Wachstumspotenzial und hoher Dynamik“, verdeutlicht Dr. Frank Niederländer, Erster Vorsitzender der Bundesinitiative Impact Investing und Vorstand der BMW Foundation Herbert Quandt.

Als eine wichtige Orientierung beim Impact Investing dienen die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Mit diesen globalen Zielen wird eine Vielzahl von Themen abgedeckt. Handlungsfelder sind beispielsweise der verstärkte Einsatz für Frieden und Rechtsstaatlichkeit, die Bekämpfung von Hunger, aber auch Bildung für alle oder der Schutz des Klimas und der Ressourcen. Diese SDGs sollen es ermöglichen, Kapital in solche Unternehmen zu lenken, die zur Lösung mindestens eines dieser Ziele beitragen wollen.

Konkret bedeutet das, dass Asset-Manager Unternehmen suchen, die sich beispielsweise durch Wasseraufbereitung oder Gesundheitsvorsorge geschäftlich in wichtigen sozial‐ oder umweltpolitischen Bereichen engagieren. In diesem Zusammenhang wird Impact Investing nicht nur als Auswirkung einer Anlage auf den Geschäftserfolg verstanden, sondern vielmehr als die Auswirkung der Unternehmenstätigkeit auf die Gesellschaft insgesamt.

Interesse der Investoren wächst dynamisch

Wie stark das Interesse der Investoren und damit das Wachstum in den vergangenen Jahren gestiegen ist, zeigen Zahlen des Global Impact Investing Networks. In ihrer jährlichen Studie befragt die Organisation große Marktteilnehmer, die Impact Investments tätigen. Demnach investierten 2015 Anleger noch knapp 48 Milliarden US-Dollar mit dem Ziel, eine positive Wirkung zu erzielen. 2019 waren es dann schon rund 80 Milliarden Dollar, das bedeutet ein Anstieg des investierten Kapitals um durchschnittlich 14 Prozent pro Jahr. Die Mehrheit der befragten Profi-Anleger sieht den Markt deswegen auf einem guten Weg und erwartet weiter ein stetiges Wachstum für Impact-Anlagen, die die Probleme dieser Zeit adressieren.

Laut der Studie „Impact Investing in Deutschland 2020 – Ein dynamischer Wachstumsmarkt“ der Bundesinitiative Impact Investing beträgt das Marktvolumen hierzulande aktuell rund 6,5 Mrd. Euro - Tendenz stark steigend. Als Innovationsträger des Marktes werden Stiftungen und Family Offices ausgemacht, die von jeher großen Wert auf das dieses Investmentziel legen.

Investment mit doppeltem Nutzen

In der Studie wird zugleich mit gängigen Vorurteilen aufgeräumt. So erwirtschaften wirkungsorientierte Geschäftsmodelle durchaus marktübliche Renditen und es wird in allen Anlageklassen wirkungsorientiert investiert. Somit ergibt sich aus dem Investment ein doppelter Nutzen: eine finanzielle Rendite für den Anleger sowie ein nachweislich positiver Effekt für ein soziales oder ökologisches Anliegen.

Grundsätzlich fällt „Impact Investing“ in den großen Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen. Doch es ist nur ein Ansatz von mehreren. Es gibt wichtige Unterschiede zu den klassischen ESG-Kriterien, also Environmental (Ökologische Nachhaltigkeit), Social (Soziale Nachhaltigkeit) und Governance (Nachhaltige Unternehmensführung).

Wer als Anleger wirkungsvoll investieren will, hat die Auswahl zwischen mehreren Produktkategorien. Die Palette reicht von Mikrokrediten über Social oder Green Bonds bis hin zu konkreten Impact-Aktien- und Anleihen-Fonds.

Mit dem Deka-Nachhaltigkeit Impact Aktien und dem Deka-Nachhaltigkeit Impact Renten bietet die Deka zwei Impact-Fonds an. Bei beiden Produkten konzentriert sich das Portfoliomanagement überwiegend auf Titel von Emittenten, die nachhaltig wirtschaften, konkrete Lösungen anbieten und wirtschaftlich erfolgreich sind. Als Orientierungsmaßstab für die Investitionen dienen die SDGs der Vereinten Nationen. Alle 17 Ziele sind in konkrete und messbare Zielvorgaben unterteilt. Im Falle des Deka-Nachhaltigkeit Impact Aktien können Sie die Wirkung Ihrer Investition einfach mit dem "Impact-Rechner" ermitteln.

Anlageklasse mit großem Zukunftspotenzial

Finanzielle Erträge und ein Gewinn für Umwelt und Gesellschaft können nachweislich Hand in Hand gehen. Das zeigt Impact Investing eindrucksvoll. Impact Investing hat als Anlageklasse großes Zukunftspotenzial. Der zielorientierte und nachhaltige Ansatz dürfte weiter an Aufmerksamkeit und Volumen gewinnen. Neben institutionellen Investoren entscheiden sich zunehmend auch private Anleger über Investmentfonds dafür, Rendite und messbare soziale und ökologische Verbesserungen miteinander zu vereinbaren und so eine Wirkung mit ihrer Geldanlage zu erzielen.

Auch die Sparkasse unterstützt Sie bei allen Fragen zu wirkungsorientierten Investments. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit Ihrem Private Banking-Berater.

Neue Erkenntnisse bezüglich nachhaltiger Aspekte können evtl. erst nachträglich berücksichtigt werden.

Rechtliche Hinweise
Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen.
Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand: Juni 2020. 
Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z.B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die Finanzverwaltung) unterworfen sein.

Experten-Interview

"Für alle Investorengruppen geeignet"

Deka Private Banking im Gespräch mit Volker Weber, seit September 2007 Vorsitzender des Vorstands des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) mit Sitz in Berlin.

Deka Private Banking: Worum handelt es sich beim Impact Investing? Was verstehen Sie darunter – gerade in Abgrenzung zu anderen nachhaltigen Ansätzen?

Volker Weber: Genau genommen ist das reine Impact Investing eine recht junge Bewegung, die sich in den vergangenen Jahren seit dem Pariser Klimaabkommen immer stärker herausbildet. Beim Impact Investing nach neuerem Sprachgebrauch wird von vorneherein gefragt, was mit der Investition erreicht werden soll. Und erst dann werden Kennzahlen aufgestellt, um den Erfolg zu messen. Es ist also eine sehr aktive Investmentstrategie.

Deka Private Banking: Für welche Anlegergruppen ist wirkungsorientiertes Investieren geeignet?

Volker Weber: Im Grunde ist Impact Investing für alle Investorengruppen geeignet, da würde ich keine großen Unterschiede machen wollen. Natürlich sind es gerade die großen Kapitalsammelstellen wie Versicherer oder Pensionskassen, die den Ansatz als erstes aufgegriffen haben, weil sie eine Verpflichtung gegenüber ihren Stakeholdern haben. Wenn wir aber künftig das Thema Nachhaltigkeit in der Bevölkerung fest verankern wollen, müssen wir natürlich auch Produkte entwickeln, die ebenso an Retail-Kunden adressiert sind. Das Ziel muss ein, dass auch der Privatanleger das Gefühl bekommt, mit seiner Geldanlage einen Beitrag zu leisten, um die Klimaziele und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreichen zu können.

Deka Private Banking: Welche Vorurteile über Impact Investing ärgern Sie?

Volker Weber: Am meisten ärgere ich mich immer noch über dieses Vorurteil, dass man mit nachhaltiger Geldanlage und Impact Investing kein Geld verdienen kann. Es wird dann eher bei Philanthropie oder Spenden angesiedelt. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Es gibt genügend Studien, die ganz klar belegen, dass mindestens genauso hohe Renditen erzielt werden können wie mit einem konventionellen Investment. Und ich höre des Öfteren: Impact Investing ist doch nur ein Feigenblatt, das ist doch Greenwashing.

Deka Private Banking: Was entgegnen Sie dann?

Volker Weber: Dass man genau hinschauen muss. Um diesen Vorwurf zu entkräften, ist es notwendig zu analysieren, wie die Impact-Strategie des Anbieters aufgebaut ist. Und es geht auch um die Position des Investors, die mit dem Produkt übereinstimmen muss. Wenn das nicht der Fall ist, kann es zu Enttäuschungen kommen. Und ich stelle fest, dass sich leider viele Investoren nicht ausreichend genug mit der Thematik beschäftigen.

Deka Private Banking: Wie wird sich die Idee des Impact Investing weiter entwickeln?

Volker Weber: Das Thema Impact Investing wie auch das Thema nachhaltige Kapitalanlage wird sich meines Erachtens sehr stark und dynamisch weiterentwickeln. Wir haben ja bereits jetzt Marktzuwächse von über 20 Prozent pro Jahr, und ich bin überzeugt, dass sich das so fortsetzen wird. Langfristig wird Nachhaltigkeit, in welcher Form auch immer, Standard sein.

Zitat

Impact Investing muss auch Renditekriterien erfüllen, es ist ja auch keine Spende.

Sarah Lütgert, Deka Investment GmbH

Sarah Lütgert ist gemeinsam mit Anna Aparkina Managerin des Rentenfonds Deka-Nachhaltigkeit Impact Renten

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