Wirkungsorientiert investieren

Green Bonds mit hohen Anforderungen an den Klimaschutz

zuletzt aktualisiert am 19. September 2019
Lesezeit 3 Minuten

Der Markt für nachhaltige Anleihen wächst rasant. Immer mehr Investoren setzen auf die nachhaltigen Papiere, gleichzeitig steigt die Zahl der Anbieter von Green Bonds. Die Deka unterstützt Anleger bei der Auswahl und potenzielle Emittenten beim Emissionsprozess und bei der Platzierung.

Interessant für Sie, wenn ...

  • Sie in defensive Kapitalmarktprodukte investieren möchten
  • Sie Ihre Anlageentscheidung mit der Förderung eines konkreten nachhaltigen Zieles (z.B. Klimaschutz) verknüpfen wollen
  • Sie durch Ihre Anlagentscheidung den Druck auf die Unternehmen in Hinblick auf den Klimaschutz erhöhen möchten

Wirkungsorientiert investieren

Das Klima für nachhaltige Anleihen könnte kaum besser sein: Immer mehr Investoren ist daran gelegen, ihr Kapital klimaschonend und gesellschaftlich verantwortungsvoll zu investieren. Dafür steht ihnen mittlerweile auch auf Anleiheseite ein immer größeres Universum zur Verfügung. Mehr als zehn Jahre nachdem die Europäische Entwicklungsbank (EIB) den weltweit ersten Green Bond emittiert hat, wächst das Segment wie kaum ein zweites (siehe Grafik „Weltweit auf Wachstumskurs“).
Quelle Grafik: Climate Bonds Initiative (CBI)

Investition in Klimaschutz

Was aber sind das für Papiere, die sich einer wachsenden Nachfrage von Investoren und einer steigenden Aktivität unterschiedlichster Emittenten gleichermaßen erfreuen? Im weitesten Sinne dienen Green Bonds unabhängig von ihrer konkreten Struktur dazu, klimaschützende Projekte zu finanzieren oder zu refinanzieren. Herausgegeben von Förderbanken, Geschäftsbanken, Unternehmen und mittlerweile auch von Staaten, werden mit den grünen Anleihen beispielsweise Solar- und Windkraftanlagen sowie andere regenerative Energien finanziert. Aber auch nachhaltiges Abfall- und Wassermanagement, klimaeffiziente Gebäude und Transportlösungen sind Adressaten einer Green-Bond-Finanzierung (siehe Grafik „Erweitertes Spektrum bei Green Bonds “).
Quelle Grafik: Climate Bonds Initiative (CBI)

Green Bond Principles als Maßstab

Einen global verbindlichen Standard, der festlegt, welche Anleihen als Green Bond gelten können, gibt es dabei bislang weder hinsichtlich der Struktur noch bezüglich der finanzierten Projekte. Als weithin anerkannter Maßstab haben sich aber zum einen die Zertifizierung der Climate Bonds Initiative (CBI ) und zum anderen vor allem die Green Bond Principles durchgesetzt . Die gleichnamige Kooperation von Emittenten, Banken, Investoren und Umweltorganisationen, der seit 2016 auch die Deka angehört, definiert unter dem Dach der International Capital Market Association (ICMA) Vorgaben für die Verwendung und Verwaltung der Emissionserlöse sowie die Berichterstattung darüber. Mit der Veröffentlichung der letzten Fassung der Green Bond Principles wurden sowohl die Projektkategorien aktualisiert als auch die Empfehlungen für den Bewertungs-, Auswahl- und Managementprozess der Marktentwicklung angepasst. Im Juni 2017 wurden erstmals eigenständige Social & Sustainability Bond Principles veröffentlicht , die dem Markt nachhaltiger Anleihen neben den Green Bonds weiteres Potenzial eröffneten.

Hohe Anforderungen an Emittenten

Zum Kern der Green Bond Principles zählen neben der Definition grüner Projekte insbesondere Transparenzanforderungen. So sind die Emittenten grüner Anleihen angehalten, über ein jährliches Reporting offenzulegen, in welche Projekte mit welchen konkreten klimaschützenden Erfolgen die Emissionserlöse geflossen sind. Das soll Investoren eine Evaluierung des jeweils infrage stehenden Papiers erleichtern. Ergänzend wird die Einhaltung der Green Bond Principles vielfach durch Dritte überprüft: Verschiedene Agenturen und Organisationen bieten eine sogenannte Second Party Opinion (SPO). Die SPO dient vor allem dazu, bereits im Vorfeld der Emission den erwarteten Nachhaltigkeitseffekt zu bestätigen. Weitere fortlaufende Ratings bewerten einzelne Emissionen, aber vielfach auch die Emittenten selbst.

Gesamtausrichtung der Emittenten im Blick

Für immer mehr Investoren ist eine derartige ganzheitliche Betrachtung, die die Gesamtausrichtung eines Emittenten mit Blick auf dessen ökologische und soziale Nachhaltigkeit bewertet, von elementarer Bedeutung. Von den Green Bond Principles empfohlen, findet sie auch bei den entsprechenden Eigenanlagen und den angebotenen nachhaltigen Anlageprodukten Anwendung.

Entsprechend unterstreicht Viktoria Gerling die Wichtigkeit, dass Emittenten eine über die Green-Bond-Auflage hinausgehende erkennbare Ausrichtung auf Nachhaltigkeit verfolgen: „Investoren erwarten, dass die Institute sich klar zu dem Thema bekennen, um glaubwürdig zu sein“, sagt die im Deka Team Daueremittenten & Emissionsgeschäft für Green und Social Bonds verantwortliche Gerling. „Schließlich erfordert eine befriedigende Erfüllung der Green Bond Principles ein Bekenntnis der gesamten Institution und nicht nur einer spezialisierten Abteilung.“ Beratung bei der Konzeption, die Strukturierung und Platzierung von Green Bonds zählen zu einem zunehmend wichtigen Geschäftsfeld. Bereits seit einigen Jahren ist die Deka als Arrangeur von nachhaltigen Bonds aktiv.

„Als sehr nachhaltig ausgerichtetes Finanzinstitut wollen wir unser Engagement auch in diesem Segment weiter deutlich ausbauen“, sagt Gerling. „Dabei geht es zunächst darum, Netzwerke zwischen Emittenten, Investoren und SPO-Anbietern aufzubauen und potenzielle Emittenten beratend zu begleiten.“ Das Potenzial ist groß, insbesondere im öffentlichen Sektor und auch abseits der bislang dominierenden neuen Energien. Die CBI geht von einem Volumen von mehr als 250 Milliarden USD aus, das allein in 2019 über Green Bonds platziert werden könnte.

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Experten-Interview

Doppelte Rendite - geht das?

Was #FridaysforFuture für die Kapitalmärkte bedeutet

Weltweit demonstrieren jeden Freitag Tausende Jugendliche unter dem Hashtag #FridaysforFuture für Umwelt- und Klimaschutz. Ist Öko auch an den Kapitalmärkten Trend? Wie nachhaltig sind Wertpapieranlagen wirklich? Entwickeln sich nachhaltige Anlagen sogar besser? Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Deka Investment, klärt auf.

Deka Private Banking: Die internationale Bewegung #FridaysforFuture um die schwedische Schülerin und Initiatorin Greta Thunberg bringt das Thema Klimaschutz auf die Tagesordnung der Politik. Spüren Sie auch einen „Greta“-Effekt?

Ingo Speich: Ja, wir sehen im Markt zurzeit eine Sensibilisierung der Kunden im Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen. Dazu trägt auch die Diskussion um den Klimawandel bei. Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang das Zusammenspiel von Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten. Grün ist häufig nachhaltig, aber nachhaltig ist nicht nur grün. Es geht weit darüber hinaus. Nachhaltigkeit ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das gilt für die Konsumgüterbranche, wenn Sie im Supermarkt einkaufen. Für den Transport wie Bahn, Schiene, Auto, Elektroantrieb. Und das gilt auch für Finanzprodukte. Wir alle müssen uns dem Thema stellen.

Deka Private Banking: Wie weiß ich als Anleger, ob ein Finanzprodukt wirklich nachhaltig ist, oder ob es vielleicht lediglich ein nachhaltiges Etikett hat? 

Ingo Speich: Aktuell gibt es noch keinen einheitlichen Standard. Die Anbieter legen die Auswahlkriterien selbst fest. Diese müssen jedoch transparent und die Prozesse für den Kunden klar sein. Eine eindeutige Linie ist hier wichtig. Es muss sicher sein, dass das hohe Qualitätsniveau einer nachhaltigen Anlage gesichert ist. Das funktioniert beispielsweise durch Ausschlusskriterien: Problematische Branchen oder Tätigkeitsfelder wie Rüstung, Waffen oder Atomenergie sind ausgeschlossen.

Anlageprodukte einfach nur als nachhaltig zu labeln, bringt niemanden weiter. Es muss eine klare Verantwortung geben. Es ist wichtig, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass die Finanzwirtschaft kein Selbstzweck sein darf, sondern soweit wie möglich auch Ihren Teil zur Gemeinwirtschaft beitragen sollte.

Nachhaltigkeit heißt für uns deshalb, Verantwortung zu übernehmen. Die Deka macht sich nicht allein mit speziellen Investmentfonds für mehr Nachhaltigkeit stark – sie nutzt auch ihren Einfluss als Fondsgesellschaft, um Unternehmen zu einem verantwortungsvolleren Wirtschaften zu bewegen.

Deka Private Banking: Analysten behaupten, dass nachhaltige Fonds oftmals eine bessere Wertentwicklung aufweisen als herkömmliche. Stimmt das?

Ingo Speich: Wir glauben, dass nur Unternehmen auf eine erfolgreiche Zukunft blicken, die sich den aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel oder digitale Transformation stellen. In diese Unternehmen wollen wir investieren. So sichern wir Chancen und können an ihrem langfristigen Erfolg teilhaben.

Unternehmen müssen jetzt etwas tun, wenn sie sich auf Veränderungen durch das Klima, in der Gesetzgebung oder im Rahmen der Regulierung vorbereiten wollen. Dazu wollen wir mit unserem Handeln einen Beitrag liefern.

Mit diesem langfristigen Blick können Risiken vermieden werden, indem etwa nicht mehr in Unternehmen investiert wird, die einen besonders hohen CO2-Fußabdruck haben.

Das bedeutet: Mit einer vergleichbaren Rendite wird bei einem niedrigeren Risiko ein attraktiveres Anlageumfeld geschaffen.

Wenn ich als Anleger mein Geld stärker in nachhaltiges Wirtschaften leite, dann ist das sowohl gut für die Rendite als auch für die Förderung der Nachhaltigkeit. Man könnte somit von einer doppelten Rendite sprechen. Durch mein Verhalten stärke ich die nachhaltigen Unternehmen, indem ich Anreize gebe. Als Anleger habe ich damit eine gewisse Lenkungsfunktion.

Zitat

Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim alten bleibt.

Paulo Coelho

brasilianischer Schriftsteller (* 24.08.1947)

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