Zertifikate

Innovative Anlageinstrumente zur Vermögensstrukturierung

Autor Deka Private Banking
zuletzt aktualisiert am 1. Juni 2021
Lesezeit 6 Minuten

Eine Frage treibt viele Anleger in diesen Tagen besonders um: Wohin mit der überschüssigen Liquidität? Denn Cash zu halten, kostet zunehmend Geld. Zertifikate können für jeden Anlegertyp ein interessanter Baustein in der Vermögensstrukturierung sein.

Interessant für Sie, wenn...

  • Sie bei Ihrer Anlage Rendite und Risiko in ein für Sie optimales Verhältnis bringen wollen
  • Sie Ihr Depot zukunftssicher aufstellen wollen
  • Sie von der Expertise von erfahrenen Kapitalmarktexperten profitieren möchten

Warum strukturierte Wertpapiere sich für verschiedene Anlageziele und Risikoprofile ideal eignen

Die Kosten der Liquiditätshaltung liegen zum einen am Verwahrentgelt, das eine zunehmende Anzahl von Banken und Sparkassen für die von Privatpersonen gehaltene Kontenliquidität ab einer bestimmten Höhe berechnen. Zum anderen zehrt langfristig die anziehende Inflation an dem angesparten Vermögen. Und attraktive und zugleich sichere Anlagealternativen sind angesichts der anhaltenden Niedrig- bzw. Negativzinsen am Rentenmarkt bekanntlich kaum vorhanden.

Die meisten Anleger dürften deshalb wohl dazu neigen, das Geld als Bankeinlage liegen zu lassen. Einer aktuellen Statistik der Bundesbank zufolge ist das Geldvermögen der privaten Haushalte hierzulande Ende 2020 auf fast sieben Billionen Euro gestiegen, der Großteil davon steckt weiterhin in Bargeld und Bankeinlagen. Ein kostspieliger Fehler, denn sie werfen wegen der Zinsflaute kaum noch etwas ab.

Über den Tellerrand schauen

Investoren und Berater sollten deshalb im Sinne einer ausgewogenen Vermögensstrukturierung umdenken. Akzeptable Renditen für größere Liquiditäts-Positionen erhalten Anleger heutzutage nur noch, wenn sie bereit sind, neue Wege zu gehen. Gleichzeitig hat aber die Begrenzung von Verlusten und somit ein angestrebter Erhalt ihres Vermögens für viele Anleger oberste Priorität – ein schwieriger Spagat also.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Strukturierung des Vermögens: Viele Anleger legen großen Wert darauf, jederzeit über ihr Vermögen verfügen zu können oder sich zumindest Teilbeträge bei Bedarf schnell auszahlen zu lassen. Was also tun?

Flexibel einsetzbar: Zertifikate

In dieser Gemengelage hat sich für viele Vermögen der Einsatz von Zertifikaten bewährt. Die strukturierten Wertpapiere können aufgrund ihrer Flexibilität und der individuell wählbaren Parameter in einem Portfolio mehrere Zwecke erfüllen. So können sie nicht nur der Verbesserung der Renditen gegenüber Liquidität dienen, sondern auch zu einer Reduzierung der Volatilität beitragen. Immer auch unter dem Gesichtspunkt des realen Kapitalerhalts, so dass das Vermögen nach Inflation, Steuern und Kosten nicht schrumpft. Darüber hinaus können Anleger mit Zertifikaten aber auch Chancen am Aktienmarkt wahrnehmen, ohne dabei das volle Aktienmarktrisiko tragen zu müssen.

Kein Wunder also, dass gerade im Private Banking zunehmend Zertifikate im Rahmen der Vermögensstrukturierung eingesetzt werden. Denn eine breite Streuung des Vermögens ist nicht nur über Anlageklassen, sondern auch über Anlageinstrumente sinnvoll.

Ob vermögende Privatperson, Unternehmer, Stiftung oder Kommune – gerade für Investoren mit einem mittleren Anlagehorizont sind die Produkte gut einsetzbar. Dank der flexibel modularen Stellschrauben kann die Struktur individuell und maßgeschneidert an die jeweiligen Ertragsziele sowie die Risikoaffinität angepasst werden. Je nach Anlage-, Risiko- und Renditebedürfnis des Anlegers kann so das passende Zertifikat ausgewählt oder sogar individuell maßgeschneidert werden.

Zertifikate: Für jeden Anlegergeschmack

Zertifikate sind Wertpapiere, deren Zins- und Rückzahlung häufig von der Wertentwicklung eines Basiswerts – etwa einer Aktie oder eines Index, der dem Zertifikat zugrunde liegt – abhängen. Hier die wichtigsten Zertifikatestrukturen im Überblick.

  • Express-Zertifikat
    Express-Zertifikate verfügen über eine feste Laufzeit, die jedoch unter bestimmten Bedingungen vorzeitig beendet werden kann - daher auch der Name „Express“. Darüber hinaus besteht je nach Ausgestaltung des Express-Zertifikats die Möglichkeit einer Zinszahlung, die fix oder auch abhängig von der Kursentwicklung des Basiswerts sein kann. Sofern es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung kommt, ist die Rückzahlung am Laufzeitende von der Wertentwicklung des Basiswerts abhängig.
  • Discount-Zertifikat
    Beim Discount-Zertifikat erhält der Anleger beim Kauf einen Kursabschlag (Discount) auf den aktuellen Marktpreis des Basiswerts. Im Gegenzug ist allerdings das Gewinnpotenzial des Zertifikats durch einen vorgegebenen Höchstbetrag, den sogenannten Cap, begrenzt. In jedem Fall ist die Rückzahlung am Laufzeitende von der Wertentwicklung des Basiswerts abhängig.
  • Kapitalschutz-Zertifikate
    Für eher risikoaverse Anleger können Kapitalschutz-Zertifikate eine interessante Anlagealternative bieten. Hierzu gehören bspw. einfache Festzins-Anleihen mit fester Laufzeit, fester Verzinsung und 100%igem Kapitalschutz am Laufzeitende. Die hier ebenfalls hinzuzählenden Tresor-Anleihen mit Cap bieten eine Partizipation an der Kursentwicklung des Basiswerts bis zum Cap bei gleichzeitiger Absicherung gegen hohe Kursverluste durch einen Kapitalschutz in Höhe von z. B. 90 %.
  • Aktienanleihe
    Eine Aktienanleihe ist für Anleger geeignet, die während der vorgegebenen Laufzeit einen festen Zinsertrag erzielen möchten und die davon ausgehen, dass der Kurs des Basiswerts bei Fälligkeit auf oder über einer festgelegten Kursschwelle, dem sogenannten Basispreis, liegt. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Laufzeitende ist hier also ebenfalls von der Wertentwicklung des Basiswerts abhängig.
     

Gerade weil bei Zertifikaten das Chance/Risiko-Verhältnis häufig exakt justierbar ist, das Auszahlungsprofil bereits vor dem Kauf genau feststeht und während der Laufzeit nicht verändert wird, eignen sich Zertifikate besonders auch für sicherheitsorientierte Anleger.

Für jede Marktphase

Zertifikate sind auch so beliebt, weil sie in jeder Marktphase einsetzbar sind. Anders als bei einem Direktinvestment können Anleger mit solchen Produkten beispielsweise auch bei einer Seitwärtsentwicklung und sogar fallenden Kursen des Basiswertes noch Renditen erwirtschaften. Und je nach Marktmeinung können auch schwankende Märkte Anlegern Investitionschancen eröffnen.

Damit hat das Zertifikat seinen festen Platz in der Risiko-Rendite-Matrix gefunden. Denn sonst steht im Anlageuniversum oben die Aktie und ganz unten sind die Renten. Und Zertifikate füllen genau den Part zwischen Rente und Aktie aus.

Alternative zu Verwahrentgelt und Zinswüste

Die verschiedenen Zertifikatestrukturen zeigen, dass es interessante Alternativen zum drohenden Verwahrentgelt sowie zur anhaltenden Zinswüste gibt, die es je nach individueller Risikoneigung zu nutzen gilt. Kaum ein anderes Anlageinstrument bietet eine derart flexible und auf die persönliche Risikoneigung hin optimierbare Veranlagungsmöglichkeit.

Da es sich bei Zertifikaten um Inhaberschuldverschreibungen handelt, sollte analog zu Anleihen auch bei Zertifikaten die Bonität des Emittenten – Stichwort Emittentenrisiko - nicht außer Acht gelassen werden.

Diese Vielzahl von Zertifikatestrukturen macht das Angebot aber leider auch etwas unübersichtlich. Das Private Banking Ihrer Sparkasse berät Sie hierzu gerne und findet mit Ihnen gemeinsam die passende Anlagelösung. Vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin mit Ihrem Private Banking-Berater.

Experten-Interview

„Es gibt für jeden Kunden das passende Zertifikat“

Karl Dettmer, Wertpapierspezialist Private Banking bei der Braunschweigischen Landessparkasse, und Marco Maurer, Leiter Product Sales Zertifikate bei der DekaBank, erläutern im Interview, weshalb Zertifikate ein wichtiger Baustein in einer ausgewogenen Vermögensstrukturierung sein können.

Deka Private Banking: Wie bringen Sie Ihren Kunden in der Beratung das Thema Zertifikate näher?

Karl Dettmer: Viele Kunden sind in den vergangenen Jahrzehnten risikobewußter geworden und möchten nicht mehr das Auf und Ab der Aktienmärkte voll mitgehen. Gleichzeitig ist vielen der Inflationsausgleich nach Steuern wichtig, und sie erkennen, dass es nur mit festverzinslichen Wertpapieren nicht funktioniert. Ich versuche den Kunden deshalb aufzuzeigen, dass es intelligente Anlagezertifikate gibt, mit denen sie das Thema Aktien spielen können, ohne dabei das volle Marktrisiko zu tragen.

Deka Private Banking: Welche Rolle spielt im Kundengespräch das Thema Verwahrentgelt?

Karl Dettmer: Mit dem Thema können wir auch neue Kunden ansprechen, zumeist Kunden, die bislang auf festverzinslicher Wertpapiere gesetzt haben. Die extrem defensiven Expresszertifikate stellen hier eine gute Alternative für größere Liquiditätsposten dar. Sie sind in der SRI 1, also in der niedrigsten Risikokategorie, eingestuft.

Deka Private Banking: Das bedeutet, der Einstieg sind Aktienprodukte, aber mit deutlich weniger Risiko?

Marco Maurer: Die DekaBank ist angetreten, vor allem konservative Produkte anzubieten. Das spiegeln uns auch die Sparkassen durch alle Kundensegmente: Im Zweifel Sicherheit vor Rendite. Aktuell sind Express-Zertifikate die absolut dominierende Variante, sie haben bei uns einen Anteil von rund 70 Prozent am Gesamtabsatz. Die Top-Seller sind nach wie vor die Produkte auf Aktienindizes wie beispielsweise den EURO STOXX 50 oder unsere neuen nachhaltigen Aktienindizes mit tiefen Barrieren bei 50 Prozent des Startwerts. Derzeit beobachten wir jedoch sogar eine Verschiebung hin zu noch konservativeren Barrieren im Bereich von 30 Prozent bis 40 Prozent des Startwerts. Das entspricht dann Risikopuffern von 60 Prozent bis 70 Prozent.  

Deka Private Banking: Im vergangenen Frühjahr dürfte aber so manche Barriere gefallen sein, oder?

Marco Maurer: Wir bei der DekaBank machen fast nur Produkte, bei denen die Barriere nur einmal am Ende der Laufzeit betrachtet wird. Das heißt, selbst wenn die Barriere zwischenzeitlich einmal unterschritten wird, ist das für die Rückzahlung des Zertifikats am Laufzeitende oder eine weiterhin mögliche vorzeitige Rückzahlung unkritisch.

Karl Dettmer: Das ist auch bei uns und unseren Kunden das wichtigste Credo: niemals eine kontinuierliche Betrachtung, damit man auch so einen Kursabsturz wie 2020 aussitzen kann. Entsprechend entspannt sind unsere Kunden auch, selbst wenn es einmal kräftig runtergeht.

Deka Private Banking: Warum sind Zertifikate überhaupt in der Vermögensstrukturierung sinnvoll?

Marco Maurer: Der große Vorteil lautet: Es gibt sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten bei Zertifikaten. Speziell bei Express-Zertifikaten kann ich über den Basiswert, über die Laufzeit, über den Sicherheitspuffer, über den Kupon und über Tilgungsschwellen das Auszahlungsprofil gestalten. Es gibt also unheimlich viele Stellschrauben, an denen ich drehen kann – das macht es bisweilen aber auch kompliziert. Aus der großen Masse, die richtigen Produkte herauszufinden, ist die Kunst, und dazu braucht es Experten, wie Herrn Dettmer, der den Kunden dabei hilft, die Vorteile von Zertifikaten in der Vermögensstrukturierung aufzuzeigen und die richtigen Produkte auszuwählen.

Deka Private Banking: Auf welche Kriterien achten Sie besonders?

Karl Dettmer: Bei Einzelaktien ist eine Mindestabsicherung von 40 Prozent vom Startkurs gängig, also eine Barriere von mindestens 60 Prozent, bei volatileren Titeln auch mal 50 Prozent. Bei Indizes wollen wir zumeist eine Absicherung von 35 Prozent haben. Und wir wollen immer einen Kupon anbieten der oberhalb der Dividendenrendite liegt, wie schon erwähnt, bei endfälliger Betrachtung.

Deka Private Banking: Welche Zertifikate-Gattungen setzen Sie für Ihre Kunden außerdem ein?

Karl Dettmer: Discount-Zertifikate. Hier lautet das Motto: Im Einkauf liegt der Gewinn. Das heißt, eine Aktie wird mit einem Abschlag von beispielsweise zehn Prozent erworben. Diesen Discount kauft man sich aber, indem die Gewinne entsprechend begrenzt sind. Durch die stark gestiegenen Indizes sehen wir aktuell wieder eine Nachfragezunahme. Hinzu kommen bei uns noch zu einem kleinen Teil Aktienanleihen.

Deka Private Banking: Bieten Sie auch maßgeschneiderte Lösungen an?

Marco Maurer: Ja, ab einer bestimmten Summe, es sind 500.000 Euro, legen wir Individualemissionen auf, bei denen wir ganz gezielt die Bedingungen auf die Wünsche der jeweiligen Sparkasse beziehungsweise sogar des einzelnen Kunden – sei es ein vermögender privater Kunde, ein Unternehmen, eine Kommune oder eine Stiftung – ausrichten können.

Karl Dettmer: Wir haben fast nur individuelle Emissionen, wo wir individuelle Wünsche umsetzen können. Bei den Lösungen steht immer eine konkrete Idee dahinter und ganz wichtig dabei: Die Research-Einschätzungen müssen die Idee immer fundamental untermauern. Der Titel muss mindestens auf „Halten“ stehen.

Deka Private Banking: Inwieweit ist das Emittentenrisiko von Bedeutung?

Karl Dettmer: Wir haben natürlich mehrere Zertifikate-Anbieter, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Wir achten auch auf eine Streuung bei den Emittenten. Die Deka ist unser wichtigster Partner, sie preist sehr gut und hat zudem ein exzellentes Rating. 

Deka Private Banking: Wie wichtig ist es, dass der Kunde das Produkt versteht?

Karl Dettmer: Das ist aus meiner Sicht schon wichtig und rechtlich notwendig, denn erst dann verstehen unsere Kunden auch den besonderen Mehrwert. Meine Erfahrung hat zudem gezeigt, dass die Extra-Erklärschleife, die man bei einem Express-Zertifikat hat, sich langfristig für den Kunden auszahlt. Außerdem kann er kritische Marktphasen viel entspannter durchstehen.

Bei den Inhalten handelt es sich um marketingrechtliche Informationen und nicht um eine Anlageberatung.

Rechtliche Hinweise

Vor einer Anlageentscheidung in Zertifikate wird potentiellen Anlegern empfohlen den Wertpapierprospekt zu lesen, um die potentiellen Risiken und Chancen der Anlageentscheidung vollends zu verstehen. Die Billigung des Prospektes durch die zuständige Behörde ist nicht als Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Der Wertpapierprospekt und eventuelle Nachträge können unter https://www.deka.de/deka-gruppe/wertpapierprospekte unter dem Reiter "EPIHS-II-19" heruntergeladen werden.

Sämtliche Wertpapierinformationen sind ebenfalls bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale ( www.deka.de ), 60625 Frankfurt kostenlos erhältlich.

Artikel-Funktionen

Ihr nächster Schritt

Wir sind für Sie erreichbar

Sollten Sie Ihren persönlichen Sparkassenberater zum Private Banking noch nicht kennen, hilft Ihnen unser Service-Center gerne weiter.
Erreichbar Mo - Fr von 9 - 18 Uhr 069 7147-1177
Sie möchten zurückgerufen werden?
DEKA-PB EXKLUSIV

Die Verwaltung Ihres Vermögens in professionelle Hände delegieren

Wer über Vermögen verfügt und dieses verwalten lässt, möchte sicherstellen, dass professionell und erfolgreich vorgegangen wird. Informieren Sie sich über wichtigsten Fakten rund um das Thema Vermögensverwaltung: Von der begrifflichen Einordnung über die rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zur Funktionsweise und den Erfolgsfaktoren.
Vermögensverwaltungen