Corona erhöht Steuerlast bei Firmenübergabe

Die Auswirkungen der Pandemie bedrohen die Nachfolgeregelung im Mittelstand

Eigentlich sollten die umfangreichen Corona-Hilfen Betrieben unter die Arme greifen und ihnen die nötige Unterstützung liefern, um krisenbedingte Insolvenzen zu vermeiden. Doch die Kurzarbeit als eine der staatlichen Rettungsarzneien hat auch eine Nebenwirkung: Sie erschwert die Weitergabe von Familienunternehmen. Härtefallklauseln soll es offenbar nicht geben.
  • Viele familiengeführte Firmen müssen aufgrund der aktuellen Krisenlage auf das Instrument der Kurzarbeitzurückgreifen. Dadurch, dass sich ihre Arbeitszeiten verringert haben, sinkt zwangsläufig das Lohnniveau der Beschäftigten. Dessen Höhe kann aber gemäß den erbschafts- und schenkungssteuerlichen Regelungen ein zentraler Indikator für die steuerbegünstigte Weitergabe eines Betriebes an die nächste Generation sein.
  • Die Welt am Sonntag verweist darauf, dass lang geplante Unternehmensnachfolgen durch diese Regelungslücke nun erschwert werden. Im schlimmsten Fall müssten sogar Unternehmensteile veräußert werden, weil die Steuerlast stark steigt. Eigentlich gesunde Unternehmen, die wegen der Corona-Krise unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sind und deswegen auf Kurzarbeit zurückgreifen, würden auf diese Weise steuerlich benachteiligt.
  • Durch die Sonderbelastungen im Rahmen der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer könnte zahlreichen Familienunternehmen dringend benötigte Liquidität entzogen werden. Härtefallklauseln seien nach Angaben der Welt am Sonntag offenbar nicht vorgesehen, zumindest ließen die Antworten des Bundesfinanzministeriums auf eine ‚Kleine Anfrage‘ der FDP diesen Schluss zu.
  • Wie die Zeitung weiter berichtet, sei die Zahl der betroffenen Unternehmen groß. Wie brisant die Lage ist, zeige eine Untersuchung der Beratergruppe Kern. Demzufolge müssen fast drei Viertel aller Betriebe bis zum Jahr 2025 die Nachfolge der Unternehmensführung klären.

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