Corona lässt Vermögen langsamer wachsen

13. Juli 2020

In 20 Jahren hat sich das weltweite Privatvermögen fast verdreifacht. Covid-19 könnte diesem Trend nun ein Ende setzen

Das Finanzvermögen von Privatanlegern aus aller Welt ist 2019 kräftig um fast 10 Prozent gestiegen. Per Jahresende belief sich das Gesamtvolumen privater Finanzanlagen auf insgesamt 226,4 Billionen Dollar. Das geht aus dem „Global Wealth Report 2020“ der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) hervor. Demnach sollen die globalen privaten Vermögen auch weiterhin wachsen, jedoch krisenbedingt auf deutlich niedrigeren Niveaus.
  • Die BCG-Studie untersucht seit 20 Jahren die Entwicklung des weltweiten Privatvermögens und berücksichtigt dabei 97 Länder. Seit 2009 wuchsen der Untersuchung zufolge private Finanzanlagen um fast das Dreifache auf 226 Billionen Dollar. Erfasst werden dabei Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Bankeinlagen und Lebensversicherungen, nicht aber Immobilien und physisches Gold.
  • Grund für den jahrelangen Auftrieb sei vor allem die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten gewesen. Im vergangenen Jahr nahm das globale Privatvermögen währungsbereinigt um 9,6 Prozent zu, der stärkste Anstieg seit 15 Jahren.
  • In Deutschland stieg 2019 das Privatvermögen im Vorjahresvergleich um 6,4 Prozent. Mit einem Gesamtvolumen von 7,7 Billionen Dollar rangiert die Bundesrepublik im internationalen Vergleich auf Platz 5 hinter den USA, China, Japan und Großbritannien. Nach BCG-Angaben sei vor allem die starke Entwicklung des deutschen Aktienbarometers DAX dafür mitverantwortlich, wie auch die volkswirtschaftliche Stärke Deutschlands mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zum zehnten Mal in Folge.
  • Mit Blick auf Corona kommt der BCG-Report zu dem Schluss, dass die privaten Vermögen auf der ganzen Welt auch nach der Krise weiter wachsen werden. Allerdings werde Covid-19 dem bisherigen Aufwärtstrend einen erheblichen Dämpfer verpassen. Weltweit rechnet der Bericht mit einem Vermögenswachstum von 4,5 Prozent im besten und 1,4 Prozent im schlechtesten Fall. Damit bremse die Pandemie die Zunahme im Privatvermögen so stark wie zuletzt vor elf Jahren.
  • Für Deutschland zeigen die verschiedenen Prognosen der Studie für die kommenden fünf Jahre selbst im düstersten Szenario immer noch ein durchschnittliches Wachstum von 2,5 Prozent pro Jahr. Dieser Berechnung liegen die Annahmen zugrunde, dass die Coronakrise die deutsche Wirtschaft dauerhaft schädigt und es auch 2021 noch zu keiner Erholung kommt, der Aktienmarkt im kommenden Jahr erneut einbricht und die Inflation weiter sinkt.
  • Im besten Szenario mit einer schnellen V-förmigen Erholung der Wirtschaft wäre hingegen ein jährlicher Zuwachs von 4,2 Prozent möglich. Die privaten Vermögen in Deutschland würden sich bei dieser Entwicklung bis 2024 auf umgerechnet 9,5 Billionen Dollar erhöhen.

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