„Hamsterkäufe“ prägen aktuell den globalen Handel

Unternehmen versuchen, Lagerbestände aufzufüllen, das verschärft die bestehenden Lieferengpässe weiter

Die gute Nachricht vorab: Der Welthandel wächst schneller als gedacht. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kreditversicherers Euler Hermes. Für das Gesamtjahr rechnen die Volkswirte beim Volumen der weltweit gehandelten Waren und Dienstleistungen mit einem Plus von 7,7 Prozent, nach 8 Prozent Minus im Vorjahr. Wegen deutlicher Preiserhöhungen dürfteder Handel dem Wert nach sogar um 15,9 Prozent zulegen, nach einem Minus von 9,9 Prozent 2020. Auch 2022 dürfte das Wachstum überdurchschnittlich ausfallen. Doch die schlechte Nachricht lautet: Die Unternehmen kaufen rund um den Globus verstärkt auf Vorrat ein. Engpässe bei Containerkapazitäten und Verspätungen lassen die Preise im Welthandel zudem explodieren. Kurzfristig sei keine Entspannung in Sicht, heißt es in der Studie. Der Preis- und Kapazitätsdruck dürfte auch 2022 anhalten.
  • Laut der Allianz-Tochter hat der prophezeite Nachhol-Boom nach dem Corona-Lockdown längst eingesetzt, mit der Folge, dass Unternehmen händeringend versuchen, ihre Lagerbestände aufzufüllen. Es komme demnach zu regelrechten „Hamsterkäufen“. Aus Angst vor Versorgungsengpässen orderten viele Firmen aktuell mehr, als sie eigentlich brauchen.
  • Im Rennen um dringend benötigte Rohstoffe und technische Komponenten haben europäische und deutsche Unternehmen immer öfter das Nachsehen, so Euler Hermes weiter. Das liegt den Angaben zufolge vor allem an der früheren Wiedereröffnung in den USA nach den Lockdowns. So kam die US-Konjunktur im laufenden Jahr deutlich früher und kraftvoller wieder in Gang als in Europa. Die Folge: Warenlieferungen aus China in die USA legen derzeit um rund 30 Prozent zu, nach Europa hingegen nur um etwa zehn Prozent.
  • Zwar sind gerade in der deutschen Industrie die Auftragsbücher prall gefüllt, aber aufgrund fehlender Vorprodukte können diese Bestellungen aktuell nicht vollumfänglich abgearbeitet werden. Nach einer vor kurzem veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts beklagen inzwischen 64 Prozent der Firmen Engpässe und Probleme bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion.

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