Immer weniger Insolvenzen

14. September 2020

Da zunehmend Großunternehmen krisenbedingt insolvent werden, sinkt insgesamt die Anzahl der Firmenpleiten in Deutschland. Unterdessen hellt sich die Stimmung unter den Unternehmensführungen weiter auf.

Der in absoluten Zahlen ausgedrückte Insolvenztrend in Deutschland zeigt weiterhin nach unten. Demgegenüber waren im Juli in Deutschland mehr als dreimal so viele Jobs von Unternehmensinsolvenzen betroffen wie im Durchschnitt der ersten Monate dieses Jahres. 
  • Nach Erhebungen des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden im Juli 895 Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland als insolvent gemeldet. Das waren etwa 3 Prozent weniger als im Juni und 11 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
  • Deutlich gestiegen ist jedoch die Anzahl der betroffenen Arbeitskräfte, was auf eine zunehmende Zahl von Großinsolvenzen zurückzuführen ist. Die Analyse des IWH zeigt, dass die 10 Prozent der Unternehmen mit den meisten Beschäftigten, deren Insolvenz im Juli gemeldet wurde, insgesamt 23.600 Personen beschäftigen. Gegenüber den ersten Monaten des Jahres, in denen jeweils rund 6.700 Personen in den Top 10%-Unternehmen beschäftigt waren, hat sich die Anzahl der betroffenen Arbeitskräfte damit mehr als verdreifacht.
  • Der Trend hin zu mehr Großinsolvenzen und damit mehr betroffenen Beschäftigten bei einer gleichzeitig leicht rückläufigen Anzahl von Firmenpleiten hat sich in den letzten Monaten bereits angedeutet. Deshalb ist die reine Anzahl der Insolvenzen zurzeit als ökonomischer Indikator zur Abbildung der Folgen der Coronakrise nicht gut geeignet, so das IWH. Vielmehr müsse man die Anzahl der wegfallenden Jobs im Auge behalten.
  • Gleichzeitig zeigt das monatlich erhobene Beschäftigungsbarometer des Münchner ifo-Instituts eine sich deutlich verbessernde Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt und dass deutsche Unternehmer ihre Entlassungspläne langsam zurückfahren. Das auf Basis von Umfrageergebnissen ermittelte Job-Barometer ist im August auf 95,4 Punkte gestiegen, nach 93,2 Punkten im Juli.
  • Dass die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen im Aufwind ist, belegen ebenfalls ifo-Zahlen. Der Geschäftsklimaindex des Instituts stieg im August im Vergleich zum Vormonat um 2,2 Punkte auf 92,6 Zähler – der vierte Anstieg in Folge. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussicht für das nächste halbe Jahr insgesamt besser.

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