Handelsstreit und schwächelnde Weltkonjunktur belasten

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion zum Jahresende deutlich verringert. Im produzierenden Gewerbe lag die Herstellung im Dezember 2019 um 3,5 Prozent niedriger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt jetzt mit. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 2009, als die Produktion infolge der Finanzkrise weggebrochen war. Im Vergleich zum Dezember 2018 betrug der Rückgang der Gesamtproduktion den Angaben zufolge sogar 6,8 Prozent. Grund für die erheblichen wirtschaftlichen Belastungen für die exportorientierte deutsche Industrie waren neben der Abkühlung der Weltwirtschaft vor allem auch die globalen Handelskonflikte.
  • Den Angaben zufolge ging der Ausstoß in der Industrie um 2,9 Prozent und im Baugewerbe infolge einer deutlichen Produktionseinschränkung im Ausbaugewerbe um 8,7 Prozent zurück. Innerhalb der Industrie verringerte sich die Produktion von Konsumgütern um 2,0 Prozent und die von Vorleistungs- und Investitionsgütern um 2,6 Prozent respektive 3,5 Prozent.
  • „Die zuletzt schwache Entwicklung der Produktion und der Auftragseingänge deutet darauf hin, dass die Konjunkturschwäche in der Industrie noch nicht überwunden ist“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung seit dem Jahr 2016 von 23 auf nun nur noch 21,5 Prozent. Es ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise.
  • Allerdings ist das ifo-Institut überzeugt, dass sich die Lage für die deutsche Industrieproduktion künftig etwas aufhellt. So erwarten die Betriebe hierzulande in den kommenden drei Monaten eine leichte Steigerung ihrer Produktion. Der Index der Produktionserwartungen stieg im Januar von minus 5,3 auf plus 2,3 Punkte. Damit drehte der Index erstmals seit Mai 2019 ins Plus, was bedeutet, dass die Unternehmen eine Ausweitung ihrer Herstellung erwarten.

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