Krisen: Guter Zeitpunkt für Schenkungen

Gerade in Zeiten, in denen Vermögensanlagen an Wert verlieren, kann es Sinn machen, über Schenkungen nachzudenken. Auch in der aktuellen COVID 19-Krise mit ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte lohnt es sich darüber nachzudenken, Vermögen zu übertragen.

Viele Wohlhabende schauen derzeit aufmerksam auf die Wertentwicklung ihres Vermögens. Ob Wertpapiere, Immobilienanlagen oder Firmenanteile - zahlreiche Vermögenswerte sind im Zuge von Corona mehr oder weniger stark gesunken. Hiervon lässt sich aber auch profitieren, indem zum Beispiel im Rahmen einer Schenkung weniger Steuern gezahlt werden.
  • Bei Schenkungen bemisst sich die Schenkungsteuer am steuerlichen Wert der entsprechenden Vermögensanlagen. Durch die negativen Auswirkungen der Coronakrise liegt dieser Wert aktuell vielfach deutlich niedriger als noch vor einigen Monaten. Wer also in absehbarer Zeit eine Schenkung plant, sollte sein Vorhaben jetzt prüfen und unter Umständen vorziehen. Diesen Schluss zieht Rechtsanwalt Andreas Otto Kühne in einem Autorenbeitrag bei DAS INVESTMENT.
  • Dies gelte erst recht, wenn der Wertverlust nur vorübergehend ist und sich langfristig möglicherweise eine Erholung abzeichnet. Wer sein Vermögen schon zu Lebzeiten weitergibt, könne von persönlichen Freibeträgen bei der Schenkungsteuer profitieren. Für Ehepartner liegt der Freibetrag bei 500.000 Euro, bei Kindern sind es 400.000 Euro. Schenkungen an Enkel bleiben bis 200.000 Euro steuerfrei. Ist der Beschenkte kein engerer Verwandter, liegt der Freibetrag bei 20.000 Euro.
  • Aus wirtschaftlicher Sicht lassen sich nach Autorenangaben in einer Krise also mehr Vermögenswerte in den gesetzlichen Freibeträgen unterbringen als vor oder nach der Krise. Dadurch gewinnen Schenkende mehr Spielraum für steuerfreie Übertragungen oder können die anfallende Schenkungsteuer deutlich senken.
  • So biete sich auch die unentgeltliche Übertragung von Firmenanteilen gerade während eines Kurstiefs an. Hierfür wird grundsätzlich der Ertragswert herangezogen, der vielfach niedriger ausfällt als noch vor Ausbruch der Krise. Schließlich müssen viele Unternehmen 2020 und wohl auch 2021 Gewinnrückgänge hinnehmen.
  • Je niedriger der Ertragswert des Unternehmens ist, desto geringer ist dem Fachartikel zufolge auch die Schenkungsteuer. Nur wenn der sogenannte Substanzwert des Unternehmens höher ist, sei dieser maßgeblich. Gerade wenn die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten des eigenen Unternehmens gut sind, biete es sich für Unternehmer in der aktuellen Krise an, eine Schenkung von Firmenanteilen zu prüfen.

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