Mittelständler erwarten mehr staatlichen Protektionismus

Vor allem Unternehmen mit gestörten Lieferketten sehen globale Wertschöpfungsketten unter Druck

Die Corona-Pandemie wird die globalen Lieferketten nachhaltig beeinflussen. Daraus ziehen immer mehr Mittelständler hierzulande ihre Schlüsse und passen ihre Absatz- und Beschaffungsstrategien an. Laut einer repräsentativen Umfrage von mehr als 2.000 mittelständischen Unternehmen durch KfW Research erwartet immerhin jede dritte Firma, dass sich viele Unternehmen infolge der Corona-Krise aus globalen Wertschöpfungsketten zurückziehen werden. Von den kleinen und mittleren Unternehmen, die selbst von gestörten Lieferketten betroffen sind, geht sogar jedes zweite von einer stärkeren Regionalisierung der Produktion oder Dienstleistungserstellung aus.
  • Schon vor der Corona-Krise hatte die Globalisierung an Dynamik verloren. Diese Entwicklung könnte sich nach Ansicht von KfW Research durch die Betonung nationaler Interessen als Reaktion auf die globale Rezession weiter verstärken. Mehr als ein Drittel der befragten Mittelständler rechnet denn auch mit mehr staatlichem Protektionismus und Abschottung infolge der Corona-Pandemie.
  • Laut Umfrage sind mehr als die Hälfte der exportierenden kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland in nicht mehr als zwei Zielregionen aktiv. Für KfW Research bedeutet das ein Risiko. „Unternehmen, die sich auf nur wenige Märkte konzentrieren können oder müssen, sind besonders verwundbar,“ so KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. „Mittelständler sind daher gut beraten, neue Absatz- und Beschaffungsmärkte zu erschließen.“
  • Rund ein Viertel aller befragten Unternehmen erwartet dagegen nicht, dass globale Wertschöpfungsketten infolge der Corona-Krise an Bedeutung verlieren. Vielmehr würden, so die Überzeugung, die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung auch weiterhin fortbestehen. Eine zu starke Fokussierung auf nationale oder europäische Wertschöpfungsketten würde sogar die Anfälligkeit für regionale Schocks erhöhen.

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