Viele Start-ups schlagen sich in der Pandemie bislang besser als so mancher etablierte Betrieb. Grund genug, sich für Innovationen offener zu zeigen und sogar die gezielte Zusammenarbeit mit Jungunternehmen zu suchen.

Flink, wendig, flexibel, innovativ – so lassen sich Start-up-Unternehmen kurz und knapp beschreiben. Einer Untersuchung der Universität Hohenheim zufolge hat es durchschnittlich 38 Tage nach Ausbruch der weltweiten Corona-Krise im vergangenen Jahr gedauert, bis junge Unternehmen die Potenziale der veränderten Marktanforderungen erkannt und in Innovationen umgewandelt hatten. Etablierte Unternehmen brauchten im Vergleich dazu zwischen acht Tage mehr, bis sie ihre Antworten auf die Krise präsentieren konnten, berichtet Springer Professional.
  • Die Forscher analysierten demnach 136 Marktneuheiten, die weltweit während der ersten Pandemiewelle zwischen Januar und Mai 2020 als direkte Antwort auf den Corona-Ausbruch entwickelt wurden. Dabei ermittelten sie neun Megatrends. Die Innovationen fokussierten sich im Wesentlichen auf Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Nutzer-, Kunden- und Konsumentenbeziehungen, vernetztes Arbeiten, Gesellschaft, Verbindungen zwischen Online- und Offline-Welt, Big Data, Künstliche Intelligenz und die Arbeit der Zukunft. 
  • Vor allen Dingen junge Firmen griffen diese Trends schnell auf und profitierten insbesondere von ihrer organisatorischen Flexibilität, die ihnen einen wesentlichen zeitlichen Vorsprung gegenüber den etablierten Unternehmen verschafft. Die Wissenschaftler verweisen darauf, dass Krisen Innovationen zwingend benötigten, und die lassen sich auch vorantreiben, wenn sich alteingesessene Organisationen vom Unternehmensspirit der ‚jungen Wilden‘ anstecken lassen. 
  • Die Empfehlung der Studienautoren für die ‚Alten Hasen‘ lautet deshalb: Innovationen in der Krise nicht abbauen, sondern dafür sorgen, dass Start-ups Teil eines ganzheitlichen und übergreifenden unternehmerischen Innovationssystems sind, gezielt die Zusammenarbeit mit Start-ups suchen und sich die Denk- und Prozessmodelle von diesen zu eigen machen. „Der hemmende Ballast in Unternehmenskultur und Struktur muss abgeworfen werden“, fordern die Autoren und raten den etablierten Unternehmen zur Entwicklung von „Intrapreneuren“ – also jungen Unternehmen innerhalb der eigenen Unternehmensstrukturen. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass auf ausgetretenen Pfaden, mit der Angst vor Verlusten im Nacken und dem erhobenen Zeigefinger der Gründerväter vor Augen, sich Vorsprünge nur schwer halten lassen.

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