Vorschläge für den Weg aus dem Lockdown

Institut für Mittelstandsforschung warnt vor Ungleichbehandlung der Unternehmen

Der richtige Weg für den Ausstieg aus dem Lockdown bestimmt derzeit die öffentliche Diskussion. So stellt sich die Frage, welche Unternehmen und Wirtschaftsbereiche zuerst den Betrieb wieder aufnehmen sollten. In einem Hintergrundpapier legt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) dar, wie ein für alle Firmen fairer Ausstieg gelingen könne. Nach Ansicht der Wissenschaftler/-innen sollte die Politik dabei unter anderem Folgendes beachten:
  • Bei einem graduellen Neustart dürften auf keinen Fall Großunternehmen bevorzugt werden, nur weil diese eine größere Wertschöpfung erwirtschaften als die einzelnen mittelständischen Firmen. Schließlich habe der Mittelstand insgesamt nicht nur eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung, sondern erfülle auch eine wichtige Stabilisierungsfunktion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zudem würde die Politik, wenn sie sich beim Exit allein an der volkswirtschaftlichen Bedeutung eines Unternehmens orientiert, auch implizit darüber entscheiden, welchen Firmen und Wirtschaftsbereichen früher das wirtschaftliche Überleben aus eigener Kraft gestattet wird und welchen erst später.
  • Eine mögliche Variante dazu wäre es, jene Wirtschaftsbereiche als erstes zu öffnen, die auf den Bedarf des täglichen Lebens ausgerichtet sind. Dabei gelte es auch darauf zu achten, dass durch die vereinfachte Förderbeantragung keine Zombie-Unternehmen künstlich am Leben erhalten werden.
  • Positiv sei, dass im Zuge der Pandemie zahlreiche bürokratische Erleichterungen gewährt wurden. Hier müsse geprüft werden, inwieweit dies eine dauerhafte Lösung sein kann. Schließlich sei die Bürokratie schon vor Ausbruch der Corona-Krise ein zentrales Wachstumshemmnis für viele Firmen gewesen.
  • Sinnvoll sei es auch, Neugründungen nach der Krise den Start zu erleichtern. Hier begrüßen die Forscher/-innen das vom Bund geplante Maßnahmenpaket für Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen.
  • Ferner raten die Wissenschaftler dazu, den Bestrebungen nach stärkerer nationaler Isolierung zu widerstehen. Schließlich seien der europäische Binnenmarkt und der internationale Warenverkehr wesentliche Erfolgsfaktoren bei einer Wiederbelebung der Wirtschaft.

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